Rund 20 Prozent aller Menschen über 50 in Deutschland haben keine Kinder. Eine riesige Gruppe, die in der Forschung bisher schlicht übersehen wurde. Grund genug für Christine Brendebach, ein eigenes Forschungsprojekt zu starten: "Ins Alter ohne Kinder". Sie war überrascht, dass sich so viele freiwillige Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeldet hatten, die gerne von ihrer Situation berichtet haben:
"Wir möchten von uns erzählen, wir möchten sichtbar bleiben."
25 Frauen und Männer, die gerade kurz vor oder nach dem Ruhestand sind, haben sich intensiv ausgetauscht. Egal ob Wohnen, Mobilität, Digitalisierung oder Pflege – die Grundsorgen beim Älterwerden sind für alle gleich. Aber was macht den Unterschied, wenn keine eigenen Kinder da sind? Die Expertin hat herausgefunden: Wer keine Familie im Rücken hat, muss selbst deutlich aktiver werden.
In Kontakt gehen und Netzwerke schaffen
Denn was vielen der kinderlosen Älteren fehlt, ist eine verlässliche Ansprechperson – eine Art "Kümmerer" für den Alltag, wie ihn sonst oft die eigenen Kinder darstellen. "Ein netter Mensch, der einen kennt mit seinen Eigenarten".
Auch wenn kinderlose ältere Menschen manche Dinge anders angehen müssen, muss man hier nicht bei Null anfangen, sagt die Expertin. Es braucht keine neue Beratungsstruktur, sondern.
"Wir müssen die erforderlichen Fragestellungen dieser Menschen in den bestehenden Beratungsstrukturen stärker mitdenken und die Antworten aktiv anbieten."
Mehr Infos zu der Studie und den Forschungsergebnissen hört ihr im Podcast mit Christine Brendebach.