München (epd). In Bayern soll die Suchtprävention und -hilfe weiter ausgebaut werden. Zwar sei die Zahl der Drogentoten im Freistaat zurückgegangen, sagte Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) am Mittwoch. Doch das sei kein Grund zur Entwarnung. Sie zeigte sich besorgt, dass die bundesweite Zahl an Drogentoten ein Rekordhoch erreicht habe. Dies sei "alarmierend".

Im vergangenen Jahr seien bundesweit 2.227 Menschen nach dem Konsum illegaler Drogen gestorben, teilte der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Burkhard Blienert, am Mittwoch in Berlin mit. Das sei ein neuer Höchststand. Im Vergleich zu 2022 habe sich die Zahl der Drogentoten in Deutschland damit um zwölf Prozent erhöht, im Vergleich zu 2013 gar mehr als verdoppelt.

In Bayern sind im vergangenen Jahr laut im März veröffentlichter Polizeilicher Kriminalstatistik 257 Menschen nach illegalem Drogenkonsum gestorben. Im Vorjahr waren es 277. Bayern liegt damit im Ländervergleich weiter auf Platz Drei. Die mit Abstand meisten Drogentoten - nämlich 872 - gab es im vergangenen Jahr erneut in Nordrhein-Westfalen. Im Vorjahr waren es 703.

Bayern setze auf niedrigschwellige Angebote, um Drogenkonsumenten in ihrer jeweiligen Lebenssituation gezielt zu erreichen. "Neben einer evidenzbasierten und nach Best-Practice-Richtlinien durchgeführten Substitutionsbehandlung kommt dabei insbesondere der flächendeckenden Etablierung von Naloxon-Notfallschulungen eine zentrale Bedeutung zu", sagte Gerlach.

Außerdem sei in den vergangenen Jahren ein dauerhaftes und flächendeckendes Angebot an Naloxon-Notfallschulungen in den Psychosozialen Suchtberatungsstellen vor Ort sowie in den bayerischen Justizvollzugsanstalten geschaffen worden. Für dieses Jahr investiere der Freistaat rund 8,5 Millionen Euro in Suchtpräventions- und Suchthilfeangebote, sagte Gerlach.

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