Fürth (epd). Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat für 2025 einen neuen Rekord bei den Einbürgerungen im Freistaat vermeldet. Insgesamt haben vergangenes Jahr 59.573 Menschen in Bayern die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten, wie der CSU-Politiker am Freitag in Fürth laut Mitteilung sagte. Das sei ein Plus von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Behörden seien trotz der hohen Zahl an Anträgen in der Lage, den Wunsch und Anspruch vieler Zugewanderter auf Einbürgerung zu erfüllen, sagte Herrmann.
Der Minister betonte zugleich die hohen Voraussetzungen für eine Einbürgerung. Eingebürgert werden könnten nur besonders gut integrierte Personen, die die deutsche Sprache beherrschen, ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten und seit vielen Jahren rechtmäßig sowie ohne Straftaten in Deutschland lebten. Die Zahl der Anträge sei 2025 auf mehr als 85.000 gestiegen und belaste die Ämter erheblich, sagte Herrmann.
Knapp 6.500 Einbürgerungen aus der Türkei
Nach Angaben des Ministers stammten 8.936 Eingebürgerte und damit rund 15 Prozent aus EU-Staaten. Am häufigsten kamen sie aus Rumänien mit 2.620 Fällen, gefolgt von Polen mit 914 und Italien mit 852. Außerhalb der EU lag die Türkei mit 6.495 Einbürgerungen an der Spitze. Syrien kam auf 4.979 Einbürgerungen, deutlich weniger als im Vorjahr mit 9.351.
Herrmann führte den Anstieg vor allem auf zwei Entwicklungen zurück: auf Zugewanderte, die nach der Fluchtbewegung 2015 und 2016 inzwischen die Voraussetzungen erfüllten, sowie auf das 2024 in Kraft getretene Staatsangehörigkeitsrecht. Dieses habe den Trend verstärkt, weil Mehrstaatigkeit grundsätzlich hingenommen werde und die notwendige Aufenthaltszeit verkürzt worden sei. Die Turboeinbürgerung nach drei Jahren habe die Bundesregierung auf Drängen Bayerns wieder abgeschafft, sagte Herrmann.