München (epd). Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat die Bedeutung der gesetzlichen Feiertage in Bayern betont. Feier- und Gedenktage seien "Elemente des kollektiven Gedächtnisses eines Volkes und Ausdruck der kulturellen und religiösen Prägung eines Landes", sagte Herrmann am Donnerstagabend bei einer Diskussionsveranstaltung der Volkshochschule München in Kooperation mit der Evangelischen Stadtakademie. Die Staatsregierung setze sich daher für den Erhalt der bestehenden gesetzlichen Feiertage ein und strebe "einen verantwortungsvollen Ausgleich der Interessen von Kirchen, Wirtschaft, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie des öffentlichen Lebens an", sagte Herrmann bei der Veranstaltung zum Thema "Unterbrechung des Profanen - Wie viele kirchliche Feiertage können und wollen wir uns leisten?".

Mit derzeit landesweit zwölf gesetzlichen Feiertagen sowie Mariä Himmelfahrt in überwiegend katholischen Gemeinden läge Bayern im bundesdeutschen Vergleich am oberen Ende, sagte der Innenminister. Allerdings liege der Freistaat auch hinsichtlich des Bruttoinlandsprodukts pro Kopf weit über dem deutschen Durchschnitt, was zeige, dass wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und ein der Tradition verpflichtetes Feiertagsrecht kein Widerspruch seien.

Herrmann fordert Rücksicht der Gesellschaft für "stille Tage"

Viele der gesetzlichen Feiertage in Bayern seien christliche Feste, sagte Herrmann weiter. Sie seien im Brauchtum und im religiösen Gedächtnis verankert und stärkten Werte wie Nächstenliebe, Solidarität und Mitmenschlichkeit. Der Innenminister verwies außerdem auf die besonders geschützten "stillen Tage", etwa Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag, an denen unter anderem öffentliche Tanzveranstaltungen untersagt sind. Diese Tage zielten auf die Bewahrung des öffentlichen Raums als Ort der inneren Einkehr. Dafür könne die Gesellschaft auch die Rücksicht derer erwarten, die diese Tage selbst nicht in besonderer Weise begingen.

Mit Joachim Herrmann diskutierten bei der Veranstaltung im Bildungszentrum Einstein 28 der Leiter des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt, Pfarrer Peter Lysy, sowie der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, Bertram Brossardt.