München (epd). Die iranische Komponistin Atena Eshtiaghi erhält den Deutschen Dokumentarfilm-Musikpreis 2026. Sie schrieb die Musik zum Film "Materia Prima" von Regisseur Jens Schanze, der im Mai beim Münchner DOK.fest Deutschlandpremiere feiert, teilte die Festivalleitung am Donnerstag mit. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird am 10. Mai im Rahmen des Festivals überreicht.

Der Film handelt den Angaben zufolge vom Lithium-Abbau in Bolivien durch europäische und chinesische Unternehmen. Der Film begleitet die Verhandlungen zwischen Staat und Unternehmen sowie den Widerstand indigener Gemeinschaften, die durch die Eingriff um Wasser, Umwelt, Quinoa-Anbau und die mythologische Bedeutung des Tunupa-Vulkans fürchten.

Bereits 2024 gewann Eshtiaghi den Musikpreis

Die Musik Eshtiaghis fungiere dabei als "eigenständige narrative Kraft, die den Film sensibel begleitet und zugleich dramaturgisch präzise erweitert", heißt es in der Jurybegründung. "Mit feinem Gespür vermittelt sie emotionale Nuancen - mal zart und zurückhaltend, mal prägnant und eindringlich." Der Musikpreis wird von der Versicherungskammer Kulturstiftung gestiftet und würdigt die künstlerische Bedeutung von Musik in Dokumentarfilmen.

Atena Eshtiaghi, Jahrgang 1989, hat klassische Musik am Tehran Conservatory of Music studiert. Seit 2007 ist sie als Solistin und Orchestermusikerin tätig, unter anderem für das Tehran Symphony Orchestra und das Iran National Orchestra. Bereits 2024 hatte sie den Musikpreis beim Münchner DOK.fest gewonnen. Eshtiaghi lebt in Hamburg. Das Münchner DOK.fest findet vom 6. bis 18. Mai in Münchner Kinos statt, von 11. bis 25. Mai folgt die Online-Ausgabe.