Kempten (epd). Der Jugendforscher Simon Schnetzer hält ein mögliches Social-Media-Verbot für Jugendliche zwar für ein wichtiges Signal, aber nicht für eine dauerhafte Lösung. "Ein Verbot ist nicht die Lösung, um das zu reparieren, was im Moment schlecht läuft", sagte Schnetzer der Allgäuer Zeitung (Samstagsausgabe). Es könne jedoch deutlich machen, dass Plattformbetreiber stärker in die Verantwortung genommen werden müssten.

Das endlose Scrollen und die von Algorithmen gesteuerte Bevorzugung bestimmter Inhalte seien nicht im Sinne des Jugendschutzes, betonte der 46-Jährige. Nötig seien mehr Medienkompetenz im Unterricht, ein gemeinsamer Social-Media-Führerschein für Eltern und Kinder sowie wirksame Jugendschutzmaßnahmen auf den Plattformen. "Für mich ist das Verbot sozusagen ein wichtiger Zwischenschritt", sagte Schnetzer. Langfristig könne es wieder aufgehoben werden.