München (epd). Der Bayerische Jugendring (BJR) fordert einen deutlich besseren Schutz junger Frauen vor sexualisierten Deepfakes sowie schnelle gesetzliche Konsequenzen. Mit Blick auf die rasant zunehmenden Verbreitung täuschend echter, KI-generierter Inhalte drängten die Mitglieder der BJR-Vollversammlung auf schärfere Gesetze, teilte der Verband am Mittwoch mit. BJR-Präsident Philipp Seitz betonte: "Es ist wichtig, dass digitale Gewalt im Netz gegen Frauen endlich angemessen thematisiert wird."

Sexualisierte Deepfakes sind laut BJR "eine neue, besonders perfide Form digitaler Gewalt". Studien zeigen, dass rund 98 Prozent der im Internet kursierenden Deepfake-Videos pornografische Inhalte aufweisen und 99 Prozent der Betroffenen Frauen sind. Dabei handelt es sich um täuschend echte, mithilfe von KI erstellte Bild- oder Video-Darstellungen von Menschen. Das reine Erstellen ist bisher nicht strafbar, gegen das Verbreiten ist das juristische Vorgehen kompliziert. Nicht nur Prominente sind von dem Phänomen betroffen.

Sexualisierte Deepfakes sind Angriff auf Würde

BJR-Präsident Philipp Seitz fordert schnelle Reaktionen der Politik: "Sexualisierte Deepfakes sind kein Randphänomen, sondern ein massiver Angriff auf die Würde und die Rechte von Frauen." Digitale Technologie werde gezielt eingesetzt, "um Menschen zu erniedrigen und zu kontrollieren". Die Folgen für Betroffene seien gravierend. Sie reichten von Angst und sozialem Rückzug bis zu langfristigen psychischen Belastungen und Erkrankungen. Zudem lasse sich ein Deepfake nur schwer wieder aus dem Netz "entfernen".

Die BJR-Vollversammlung fordert daher unter anderem einen eigenen Straftatbestand für sexualisierte Deepfakes, eine klare Strafbarkeit von Herstellung, Nutzung und Verbreitung sowie verbindliche Regeln für Plattformen.