Augsburg (epd). Der Schauspieler und Kabarettist Stephan Zinner hält mehr vom christlichen Glauben als von der Kirche. "Die Grundprinzipien des christlichen Glaubens finde ich nach wie vor absolut richtig. Aber wie das Ganze umgesetzt wird, das überzeugt mich nicht hundertprozentig", sagte Zinner der "Augsburger Allgemeinen" (Donnerstag). Darum sei er aus der evangelischen Kirche ausgetreten. "In gewisser Weise lebe ich ja trotzdem christlich - nur halt nicht im Verein."
"Ich denke, es schadet nichts, ein guter Mensch zu sein. Wenn alle nach den christlichen Grundprinzipien leben würden, dann wären wir schon ein gutes Stück weiter", sagte Zinner. "Ich glaube, wenn man irgendwo positive Energie reinsteckt, dann kommt oft auch was zurück. Nach dem Prinzip versuche ich zu leben." Einen Tipp für die Kirchen hat er auch: "Die sollen sich nicht nur um ihre Immobilien kümmern, sondern mehr um ihre Schäfchen. Da gäbe es genug zu tun."
Rolle als Pfarrer ist "deutliches Upgrade"
Beruflich ist Stephan Zinner aktuell eng mit der Kirche verbunden: Auf dem Nockherberg trat er heuer erstmals als Fastenprediger auf, in der BR-Serie "Himmel, Herrgott, Sakrament" spielt er den katholischen Pfarrer Hans Reiser. Die Figur basiert auf einem Buch des Münchner Pfarrers Rainer Maria Schießler, der wegen seiner unkonventionellen Art überregional bekannt ist.
Zinner sagte der "Augsburger Allgemeinen" dazu, dass die Rolle als Pfarrer "schon mal ein deutliches Upgrade" sei. Während seiner Schulzeit in der Realschule Trostberg habe er als Gitarrist regelmäßig ökumenische Gottesdienste begleitet. "Darum war ich in gewisser Weise ja auch schon mal für die Kirche tätig."