München (epd). Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) als eine der zentralen Herausforderungen für Gesellschaft, Demokratie und Medien bezeichnet. "Was können wir Maschinen überlassen? Was müssen wir selbst verantworten? Aber vor allem: Wer entscheidet darüber und wie sorgen wir dafür, dass der Mensch nicht aus dem Blick gerät?", fragte der Erzbischof von München und Freising am Montag mit Blick auf den katholischen Mediensonntag am 13. September. Marx ist Vorsitzender der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz.

Papst Leo XIV. habe diese Fragen in seiner Botschaft zum diesjährigen Welttag der sozialen Kommunikationsmittel und in seiner wegweisenden Enzyklika "Magnifica humanitas" mit großer Dringlichkeit aufgegriffen, hieß es. Seine Haltung sei dabei weder von Technikfeindlichkeit noch von Technikbegeisterung geprägt. Es gehe um die zentrale Frage nach der Gestaltung. Nicht alles, was technisch möglich ist, sei deshalb schon gesellschaftlich wünschenswert. Und nicht alles, was effizienter ist, mache das Leben der Menschen besser.

Enzyklika des Papstes zu KI

Papst Leo XIV. hatte Ende Mai dieses Jahres seine erste Enzyklika veröffentlicht. Das Lehrschreiben mit dem Titel "Magnifica humanitas" ("Großartige Menschheit") befasst sich hauptsächlich mit dem Thema KI und reiht sich in die Texte zur kirchlichen Soziallehre ein. "Künstliche Intelligenz muss entwaffnet werden", erklärte Leo. Am 13. September begeht die katholische Kirche in Deutschland den 60. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel, der auch als Mediensonntag bekannt ist.