Nürnberg (epd). Die Nürnberger Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern freut sich nach den Kommunalwahlen in Bayern, dass nach bisherigem Stand keine AfD-Politikerinnen und -politiker Bürgermeister- oder Landratsposten erringen konnten und auch nicht in Stichwahlen kamen. In einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Montag sagte die Theologin, es sei "offensichtlich, dass die Menschen anderen Parteien die Entscheidungen für ihr konkretes Leben anvertrauen". Sie hätten Kandidatinnen und Kandidaten gewählt, "die den Ausgleich suchen, demokratische Regeln einhalten und kompromissfähig sind", so Hann von Weyhern, die auch stellvertretende Vorsitzende der Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg ist.
Die Kampagnen der Allianz gegen Rechtsextremismus vor den Wahlen, um für die Gefahren des Rechtsextremismus zu sensibilisieren, seien "dringend nötig gewesen", sagte Hann von Weyhern. Kräfte von Rechtsaußen versuchten, die "freiheitlich-demokratische Grundordnung auszuhöhlen und die Demokratie zu diskreditieren". Dem gelte es vorzubeugen, "weil die Demokratie trotz Schwächen die beste aller Staatsformen ist".
Menschenketten schützten Rathäuser
Die Aktionen der Allianz hätten Bürgerinnen und Bürger gerne angenommen, um "Zeichen für die Demokratie zu setzen", sagte die Allianz-Vorständin. Erstaunlich oft hätten dezentrale Aktionen stattgefunden, bei denen Menschenketten symbolisch Rathäuser gegen Rechtsextremismus schützten. Zwischen Ende Januar und Ende Februar bildeten sich an 24 Orten solche Menschenketten um die Rathäuser in ganz Franken, darunter in großen Städten wie Nürnberg, Erlangen, Fürth, aber auch in kleinen Gemeinden wie Allersberg, Feucht oder Leinburg.