Beratzhausen (epd). Ein knappes Dutzend Kirchengebäude ist im evangelischen Alt-Kirchenkreis Regensburg mittlerweile aufgegeben worden. Viele davon harren noch einer finalen Nachnutzung, bei manchen ist sie bereits gelungen. Als Best-Practice-Beispiel führt Klaus Stiegler, Regionalbischof im Kirchenkreis Schwaben-Altbayern, die frühere evangelische Erlöserkirche in Beratzhausen (Kreis Regensburg) an, wie er dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte. Dieses Kirchengebäude aus den frühen 1970er-Jahren wurde 2022 von der evangelischen Kirche aufgegeben, fand unterdessen aber eine soziale und inklusive Nachnutzung.
Die Lebenshilfe Regensburg hat das Kirchengebäude erworben und dort für 5,5 Millionen Euro ein Wohnprojekt für 24 behinderte Menschen errichtet. An diesem Freitag (12. Juni) wird die neue Wohnstätte eingeweiht. Das Kirchengebäude blieb erhalten und wurde in den Neubau integriert, sodass einmal im Monat weiterhin Gottesdienste stattfinden können und ein inklusiver Begegnungsort für Bürger und Bewohner geschaffen wurde, sagte Stiegler. Sozialministerin Ulrike Scharf (CSU) nimmt laut Mitteilung vom Montag an den Feierlichkeiten teil. Der Freistaat fördert die Einrichtung mit 3,5 Millionen Euro.
Ort der Reformation
Beratzhausen gilt als bedeutender Ort des evangelischen Glaubens: In dem kleinen Ort nahe Regensburg wurde die Reformation früher eingeführt als in der bedeutenden Mittelalterstadt Regensburg. Zu verdanken war dies der evangelischen Vorkämpferin Argula von Grumbach (1492-1554). Eine Statue vor dem ehemaligen Kirchengebäude in Beratzhausen erinnert noch heute an die Reformatorin.