Baden-Baden, Lichtenau, Schwarzenbach (epd). Der mit 5.000 Euro dotierte Initiativpreis Deutsche Sprache geht in diesem Jahr an den bayerischen Verein "MundArt in der Kirche". Die Jury würdigt damit die Pflege deutscher Dialekte in religiösen Texten, wie die Veranstalter, die Eberhard-Schöck-Stiftung und die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung, am Dienstag in Baden-Baden mitteilten. Als herausragendes Beispiel nannte sie die "Fränggische Bibl" von Claus Ebeling, Pfarrer im mittelfränkischen Lichtenau und erster Vorsitzender des Vereins "MundArt in der Kirche". Der Verein wurde 1995 im Anschluss an die Tagung der Landessynode der bayerischen Landeskirche als Arbeitskreis gegründet und fördert nach eigenen Angaben Erfahrungsaustausch und Fortbildung von Mundart-Schaffenden in den Kirchen.

Das Erika-Fuchs-Haus in Schwarzenbach an der Saale (Landkreis Hof) erhält den undotierten Institutionenpreis. Das Museum für Comic und Sprachkunst dokumentiere auf herausragende Weise, wie die deutsche Sprache in Comics weiterentwickelt wurde. Es ist dem Werk der früheren Chefredakteurin des Micky-Maus-Magazins, Erika Fuchs, gewidmet und wurde 2015 eröffnet.

Annette Humpe war eine prägende Figur der Neuen Deutschen Welle

Mit dem Hauptpreis, dem mit 30.000 Euro dotierten Jacob-Grimm-Preis für ihr Lebenswerk, wird die Musikerin und Produzentin Annette Humpe ausgezeichnet. "Mit dem musikalischen Werk von Annette Humpe wurde die deutsche Sprache cool, lässig und emotional", begründete Jury-Sprecher Wolf Peter Klein die Entscheidung. Humpe habe eine natürliche und unprätentiöse Popsprache entwickelt, die von Direktheit geprägt sei. Als Sängerin der Band "Ideal" sei sie eine prägende Figur der Neuen Deutschen Welle gewesen. Später feierte sie mit dem Duo "Ich + Ich" Erfolge. Die Preisverleihung ist für den 3. Oktober geplant.

Der Kulturpreis Deutsche Sprache wird in diesem Jahr zum 25. Mal verliehen. Zu früheren Gewinnern des Hauptpreises zählen Udo Lindenberg, Cornelia Funke und Hape Kerkeling.