Augsburg (epd). Das Augsburger Friedensfest (8. August) wird ab 20. Juli von einem vielfältigen Kulturprogramm zum Thema "Demokratie" begleitet. Eröffnet werde das Kulturprogramm am 20. Juli mit dem Theaterstück "Gegen die Demokratie" des katalanischen Autors Esteve Soler, teilte die Stadt Augsburg am Mittwoch mit. Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) werde ein Grußwort sprechen. Außerdem soll es nach der Aufführung ein Publikumsgespräch mit Experten geben.
Das preisgekrönte Theaterstück stelle die moderne Demokratie auf den Prüfstand, heißt es weiter. Solers scharfsinnige Analyse verhandle Hoffnungen und Sorgen und sei Verzweiflungsschrei und Liebeserklärung in einem. "Gegen die Demokratie" erhielt den katalanischen Serra d’Or-Kritik-Preis für das beste Theaterstück des Jahres 2012 und stand im Finale des Premios Max wie auch der Goya Awards. Beginn ist um 19 Uhr im Kulturhaus Abraxas. Weitere Aufführungstermine sind der 21. Juli (20 Uhr) und der 22. Juli (10 Uhr).
Auch religiöse Impulse sind geplant: Am 29. Juli findet eine Gesprächsrunde zum Thema "Demokratie und Religion - Ein Widerspruch?" des Runden Tisches der Religionen statt. Am 6. August soll ein "Predigtslam" zeigen, wie vor 500 Jahren in Augsburg Demokratie gepredigt wurde. Und am Vorabend des Friedensfestes findet das traditionelle Multireligiöse Friedensgebet auf dem Rathausplatz statt. Am Festtag selbst gibt es mehrere ökumenische Gottesdienste, unter anderem am Kuhsee und in der Basilika St. Ulrich und Afra.
Das Augsburger Hohe Friedensfest findet jedes Jahr am 8. August statt. Während des 30-jährigen Krieges durften die Protestanten in Augsburg ihren Glauben nicht ausüben. Erst der Westfälische Frieden 1648 brachte ihnen die rechtmäßige Gleichstellung mit der römisch-katholischen Kirche. In Erinnerung an die Gleichstellung führten die Protestanten Augsburgs im Jahr 1650 das Hohe Friedensfest ein. 2018 wurde das Augsburger Hohe Friedensfest mit dem Titel "Immaterielles Kulturerbe der UNESCO" ausgezeichnet.