Nürnberg, Berlin (epd). Der überraschende Tod der Installationskünstlerin Henrike Naumann (1984-2026) hat in der Kunstszene Trauer und Bestürzung ausgelöst. Mit ihrem Tod gehe nicht nur eine bedeutende Vertreterin der deutschen Gegenwartskunst verloren, sondern auch eine "warmherzige, wache und hoch engagierte Persönlichkeit", teilte das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) mit. Naumann war von der ifa gemeinsam mit Sung Tieu für die Gestaltung des Deutschen Pavillons auf der Kunstbiennale von Venedig 2026 ausgewählt worden. Henrike Naumann starb nach Angaben des ifa am Samstag nach kurzer, schwerer Krankheit.

Unter anderem kondolierte das Referat "Kunst im Deutschen Bundestag". Es erinnerte "mit Stolz und Anerkennung" an Henrike Naumann und ihre "außergewöhnliche Ausstellung" im Jahr 2024 im Mauer-Mahnmal des Bundestags. Ausstellungen von ihr fanden unter anderem im SculptureCenter in New York und im Museum of Modern Art in Warschau statt.

Henrike Naumanns Kunst in Nürnberg

Auch das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg trauert um Henrike Naumann. Im Rahmen des "Global Art Festivals" hatte sie 2021 dort eine Rauminstallation mit 30 Stationen zur Geschichte des Rechtsterrorismus in Nürnberg und Bayern realisiert, teilte das Museum mit. Die Künstlerin nahm die Sammlung der Puppenhäuser, die weniger Spielzeug, sondern vielmehr Anschauungsmodelle für gesellschaftliche Rollen und Strukturen waren, als Zugang zu diesem hochpolitischen Thema. Anhand ausgewählter Objekte erzählte sie von einschneidenden Ereignissen und thematisierte etwa das Verbot der Wehrsportgruppe Hoffmann, den Amoklauf von Helmut Oxner in der Nürnberger Diskothek "Twenty Five" 1982 oder die Anschläge des Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) in Nürnberg. Nach Ende des Global Art Festivals kaufte das Germanische Nationalmuseum die Arbeit an.