München (epd). Der bayerische evangelische Landesbischof Christian Kopp warnt im Wahljahr 2026 indirekt davor, sein Kreuz bei der AfD zu setzen. Auch wenn die Kirche keine parteipolitische Wahlempfehlung abgebe, müsse klar gesagt werden, "dass die Positionen, die die sogenannte Alternative für Deutschland vertritt, schlicht und einfach demokratiefeindlich sind und auch menschenfeindlich", sagte Kopp am Dienstag im Münchner Presseclub.

Die AfD ziehe gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in ihren Parteiprogrammen nach oben, etwa in Sachsen-Anhalt: "Sie nehmen ganz gezielt Gruppen raus, die nicht dazugehören sollen", sagte Kopp. In Sachsen-Anhalt finden im September Landtagswahlen statt, die AfD liegt laut Wahlumfragen deutlich vorn. Der Landesbischof prangerte in diesem Zusammenhang auch die "Kirchenfeindlichkeit" der AfD an: "Die wollen alles dafür anstellen, dass katholische und evangelische Kirche keinen Fuß mehr auf den Boden bekommen."

Demokratie setzt immer auf Respekt

"Wenn wir so in einer Demokratie vorgehen, dann zerstören wir die Demokratie", sagte Kopp weiter. Eine Demokratie setze immer auf Ausgleich und Respekt. "Wo nicht mehr das Denken von anderen respektiert wird, da kommen wir in die Diktatur", warnte Kopp.

Am 8. März finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Vor wenigen Wochen hatte die Landeskirche ihre Kampagne "Unser starkes Kreuz für Demokratie" gestartet. Darin will sie sich für einen fairen und menschlichen Wahlkampf einsetzen, gegen populistische Tendenzen und für ein respektvolles Miteinander.