München, Bad Tölz (epd). Der Landeskirchenrat der bayerischen Landeskirche hat den Dekan von Bad Tölz, Heinrich Soffel, in den Wartestand versetzt. Soffel sei somit nicht mehr in Bad Tölz tätig, teilte die Landeskirche am Donnerstag mit. Dem Beschluss vorangegangen war eine Untersuchung, die ergeben habe, "dass eine nachhaltige Störung vorliegt, die einer Fortsetzung des Dienstes von Heinrich Soffel als Dekan und Pfarrer in Bad Tölz entgegensteht." Nach epd-Informationen hatte es in der Gemeinde bei mehreren Themen geknirscht, von der Beendigung der Nachmittagsbetreuung für Grundschulkinder über Kommunikationswege im Kirchenvorstand bis zur Frage, ob ukrainische Flüchtlinge ins Gemeindehaus einziehen sollen.

Eine "nachhaltige Störung" beschreibe im kirchlichen Dienst eine anhaltende Unstimmigkeit oder Konflikte, die eine effektive Ausübung des Dienstes beeinträchtigen, teilte ein Kirchensprecher mit. Die Ursachen seien vielfältig und reichten von Meinungsverschiedenheiten über Kommunikationsprobleme bis zu persönlichen Konflikten. Da eine Störung selten einseitig verursacht werde, "ging und geht es nicht um die Frage von Schuld", so der Sprecher. Eine Folge der "nachhaltigen Störung" sei aber, dass die Kirchenleitung entscheiden könne, die betroffene Person zu versetzen.

Durch die Versetzung von Heinrich Soffel in den Wartestand seien seine bisherigen Stellenanteile als Dekan von Bad Tölz und Pfarrer der Kirchengemeinde wieder frei. Der Landeskirchenrat wolle in Kürze beschließen, "wie es vor Ort weitergehen kann".

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