Weiden (epd). Die Dorfkirche St. Laurentius in Kürmeuth ist Simultankirche des Jahres 2026. Sie wird seit mehr als 370 Jahren von evangelischen und katholischen Christen gemeinsam genutzt und verwaltet. Am 26. März werde die Auszeichnung im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes in Kürmreuth verliehen, teilte der Förderverein Simultankirchen in der Oberpfalz mit Sitz in Weiden mit.

Der Verein vergibt seit 2025 an jeweils eine der 50 Simultankirchen in der Oberpfalz den Titel. Im vergangenen Jahr wurde St. Nikolaus in Kohlberg ausgezeichnet. Nun überreichen Vertreter der Kirche die Kirchenfahnen an ihre Nachfolger. Die Laurentiuskirche in Kürmreuth liegt an der Route 3 des Simultankirchen-Radweges.

Simultaneum erlaubte beiden Konfessionen freie Religionsausübung

Früher gab es nur jeweils eine Kirche am Ort, weil ab 1555, dem Jahr des Augsburger Religionsfriedens, bis Anfang des 19. Jahrhunderts der jeweilige Landesherr bestimmte, welcher Konfession seine Untertanen angehörten. Kam ein Landesherr mit anderer Konfession an die Macht, mussten die Untergebenen ihrem Glauben abschwören oder den Herrschaftsbereich verlassen.

Eine Ausnahme bildete das Herzogtum Sulzbach in der mittleren und nördlichen Oberpfalz. Dort führte Pfalzgraf Christian August 1652 das Simultaneum ein. Evangelische und Katholische sollten dort in Frieden ihren Glauben leben dürfen. Kirchen, Friedhöfe, Pfarrhäuser, Schulen und sämtlicher weiterer Besitz gehörten beiden Konfessionen zu gleichen Teilen gemeinsam.