München, Schwerin (epd). Dreieinhalb Jahre nach dem spektakulären Raub des Goldschatzes aus dem Kelten Römer Museum im oberbayerischen Manching im November 2022 haben Kunstfahnder des Bayerischen Landeskriminalamtes erneut das Haus des mutmaßlichen Haupttäters und seiner Lebensgefährtin in der Nähe von Schwerin durchsucht. Der zu elf Jahren Haft Verurteilte war einer von vier mutmaßlichen Tätern, die vom Landgericht Ingolstadt im Juli vorigen Jahres zu hohen mehrjährigen Haftstrafen verurteilt wurden, teilte das Bayerische Landeskriminalamt (BLKA) am Montag mit. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Das Wohnanwesen werde mit modernster Röntgen- und Radartechnik vermessen und mit den originalen Bauplänen abgeglichen, um mögliche doppelte Wände oder bauliche Veränderungen festzustellen, hieß es. Unter anderem werde auch jedes einzelne Möbelstück vollständig auf verbaute Versteckmöglichkeiten untersucht.

411 Goldmünzen und ein Goldgusskuchen spurlos verschwunden

Die Durchsuchungen erfolgten in einem neuen Ermittlungsverfahren unter Leitung der Staatsanwaltschaft Ingolstadt wegen des dringenden Tatverdachts des besonders schweren Falles der Geldwäsche. Das Verfahren richtet sich laut Landeskriminalamt gegen den aktuell in der JVA München-Stadelheim einsitzenden mutmaßlichen Haupttäter wie auch gegen seine Lebensgefährtin. Dem Hauptverdächtigen werde vorgeworfen, die keltischen Goldmünzen zu Goldklumpen eingeschmolzen zu haben, um deren Herkunft zu verschleiern und sie später zu veräußern.

Nur ein Teil der gestohlenen Goldmünzen mit einem Gewicht von rund 500 Gramm konnte bisher sichergestellt werden. Die Soko "Oppidum" gehe davon aus, dass sich die noch fehlenden 411 Goldmünzen und der Goldgusskuchen nach wie vor im Original im Besitz des Hauptverdächtigen befinden. Bei den noch fehlenden Goldmünzen handelt es sich um etwa 3 Kilogramm Gold. Die Ermittler vermuten, dass das fehlende Gold wie auch noch größere Mengen an Bargeld aus vorangegangenen Diebstählen im Wohnhaus oder zumindest auf dem Grundstück des Hauptverdächtigen und seiner Lebensgefährtin versteckt sind. Der Goldschatz von Manching gilt als der größte keltische Goldfund des 20. Jahrhunderts.

Heritage Crime Task Force unterstützt die Fahnder

Die Fahnder des BLKA werden unter anderem von der Tatortgruppe des Bundeskriminalamtes (BKA) und von Experten von der Heritage Crime Task Force, die von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) geleitet wird, vor Ort unterstützt.