München (epd). Saturns Eismond Enceladus ist einer neuen Studie zufolge "einer der vielversprechendsten Orte für die Suche nach außerirdischem Leben" in unserem Sonnensystem. In einem Laborexperiment an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) hat ein Forscherteam einer Mitteilung der Hochschule zufolge nachgewiesen, dass die Bedingungen für mikrobielles Leben dort günstiger sind als bislang angenommen. Die Studie unter der Leitung des Geobiologen William Orsi "beweist nicht, dass es Leben auf Enceladus gibt", aber sie "zeigt, dass geochemische Merkmale dort eine der ältesten Stoffwechselformen des Lebens ermöglichen könnten", so der Wissenschaftler.
Für das Experiment schufen die Forscher eine Art "Enceladus-Simulation", um den felsigen Meeresboden unter dem unter einer Eisschicht verborgenen Ozean des Mondes nachzubilden, heißt es. Dabei entdeckte das Team, dass bestimmte Mikroorganismen entgegen bisheriger Erkenntnisse mit der extrem niedrigen Kohlendioxidkonzentration zurechtkommen und wachsen können. Die Studie stütze damit das Vorhaben der Europäischen Weltraumorganisation ESA, die bei ihrer für das Jahr 2042 geplanten Mission "L4" Proben aus dem Ozean des Saturnmondes analysieren will. Die Studie entstand in Kooperation mit der Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI), der Universität Regensburg und der Freien Universität Berlin.