München (epd). Menschen mit Behinderung sind laut der Hilfsorganisation Handicap International (HI) von humanitären Krisen, Naturkatastrophen und Kriegen besonders betroffen. Anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember fordert die in München ansässige Hilfsorganisation, humanitäre Hilfe inklusiver zu machen.

Schätzungsweise 1,3 Milliarden Menschen weltweit und damit rund 16 Prozent lebten mit einer Behinderung. Bei Konflikten und Kriegen seien sie besonders gefährdet und würden oftmals übersehen. "Menschen mit Behinderung dürfen bei humanitären Hilfsmaßnahmen nicht vergessen werden", forderte Inez Kipfer-Didavi, Geschäftsführerin von Handicap International Deutschland.

Insbesondere solche mit eingeschränkter Mobilität könnten häufig im Katastrophenfall nicht evakuiert werden. Zudem seien die meisten Notunterkünfte nicht angemessen ausgestattet und selten barrierefrei zugänglich. "Rollstühle oder Brillen gehen verloren, der Zugang zu Trinkwasser und Nahrung ist oftmals schwierig", so Kipfer-Didavi.

Menschen mit Behinderung müssten von Anfang an in die Vorsorgemaßnahmen wie Aufklärung über Risiken oder Notfallwarnungen mit einbezogen werden, etwa durch das Übersetzen von Informationen in Gebärdensprache, das Verwenden verschiedener Formate für die Informationsverbreitung wie Video, Audio, Text und Illustrationen sowie die Nutzung von Farbkontrasten, um die Lesbarkeit zu erhöhen, fordert die Hilfsorganisation.

Handicap International (HI) ist eine gemeinnützige Organisation für Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit, die in rund 60 Ländern aktiv ist. Sie war Co-Preisträgerin des Friedensnobelpreises von 1997. Handicap International e.V. mit Sitz in München ist der deutsche Verein von HI.

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