Memmingen (epd). Die Moschee der türkisch-islamischen Ditib-Gemeinde in Memmingen ist am Freitag beschmiert worden - mutmaßlich mit Tierblut. Zudem spießten die unbekannten Täter einen Schweinekopf auf das Symbol des Halbmonds. Die Staatsanwaltschaft München hat die Ermittlungen aufgenommen, sie geht von einer islamfeindlichen Motivation aus. Die Memminger evangelischen Dekane, das Ehepaar Claudia und Christoph Schieder, sind bestürzt über den Vorfall.
epd: Wie haben Sie von dem Vorfall erfahren, und wie schätzen Sie ihn ein?
Claudia und Christoph Schieder: Der Anschlag auf die Ditib-Moschee und ihre Gemeinde hat sich in Memmingen schnell herumgesprochen. Im direkten Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern sowie über Social Media haben wir heute Vormittag davon erfahren. Der Vorfall ist ungeheuerlich und respektlos und zeigt eine antimuslimische Haltung, die in unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft nichts verloren hat. Die Menschen, die zu dieser Gemeinde gehören, wurden durch diese Tat als Gemeinschaft angegriffen und jeder einzelne von ihnen als Mitmensch in seiner Würde verletzt. Wir verurteilen diese Tat zutiefst und stehen solidarisch an der Seite der Mitglieder der muslimischen Gemeinde.
epd: Wie ist das Verhältnis der evangelischen Kirche in Memmingen zur Ditib-Gemeinde?
Claudia und Christoph Schieder: Mit der Ditib-Gemeinde verbinden uns gute und langjährige Kontakte. Man kennt sich und besucht sich zu besonderen Anlässen, nimmt Anteil an den Dingen, die einen vor Ort beschäftigen, und ist bei gesellschaftspolitischen öffentlichen Anlässen in der Stadt zusammen unterwegs. Im Interkulturellen Kreis Memmingen (IKK) werden dieser Austausch und die Beziehungen zueinander gepflegt und vertieft.
epd: Haben Sie der muslimischen Gemeinde Ihr Mitgefühl ausgedrückt?
Claudia und Christoph Schieder: Wir haben der muslimischen Gemeinde unsere Solidarität und Anteilnahme ausgedrückt und werden in den kommenden Tagen auch das persönliche Gespräch suchen. Aktuell sind wir auch mit Vertretern der Stadt im Austausch.