München, Rosenheim (epd). Der bekannte Theater- und Filmschauspieler Günther Maria Halmer ist tot. Er starb bereits am vergangenen Sonntag (10. Mai) nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 83 Jahren, wie das Residenztheater München am Freitag mitteilte. Im Jahr 1974 gelang ihm als Karl "Tscharlie" Häusler in der Fernsehserie "Münchner Geschichten" von Regisseur Helmut Dietl der Durchbruch. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) würdigte ihn als "vielseitigen Charakterdarsteller mit internationaler Strahlkraft"

Der am 5. Januar 1943 in Rosenheim geborene Halmer absolvierte seine Schauspielausbildung von 1967 bis 1969 an der Münchner Otto-Falckenberg-Schule. Schon in dieser Zeit gab Halmer sein Debüt am Bayerischen Staatsschauspiel. Von 1969 bis 1974 war er festes Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele. Nach dem Erfolg der "Münchner Geschichten" hatte er auch international Erfolg, so spielte er in Richard Attenboroughs Oscar-gekröntem Film "Gandhi" sowie an der Seite von Meryl Streep in "Sophies Entscheidung".

Söder: "Echtes bayerisches Original"

Ministerpräsident Söder sagte am Freitag, Bayern trauere um einen "der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Schauspieler". Halmer sei ein "echtes bayerisches Original mit internationaler Strahlkraft" gewesen. Seit seinem unvergessenen Auftritt als "Tscharlie" habe er in über 150 Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera gestanden und auch am Theater große Erfolge gefeiert: "Sein Markenzeichen waren Charakterrollen mit Platz für Humor und Wehmut, Charme und Widerspenstigkeit, Menschlichkeit und Verletzlichkeit."

Als "vielseitiger Charakterdarsteller" habe sich Halmer einen festen Platz in den Herzen des bayerischen und deutschen Publikums erspielt und viele Fernsehabende bereichert, sagte Söder: "Vom Krimi oder Traumschiff bis zu preisgekrönten internationalen Kinoproduktionen". Günther Maria Halmer werde "als Mensch und Künstler fehlen". Die Nachricht von seinem Tod habe "uns alle tief betroffen und traurig" gemacht: "Unsere Gedanken sind bei seiner Familie. Der Freistaat wird ihm immer ein ehrendes Andenken bewahren."

Intendant Beck: "Wundervoller, großer Schauspieler"

Im vergangenen Jahr kehrte Halmer nach Jahrzehnten in Film und Fernsehen auf die Bühne des Münchner Residenztheaters zurück, wo für ihn einst alles begann. In der Uraufführung "Gschichtn vom Brandner Kaspar" von Franz Xaver Kroetz spielte er fortan die Rolle des Kaspar Brandner. Wegen seiner Erkrankung sprang Sigi Zimmerschied für Halmer ein. Staatsintendant Andreas Beck bezeichnete den verstorbenen Schauspieler "als den Münchner par excellence". Er verneige sich "vor einem wundervollen, großen Schauspieler".

Neben Dietls "Münchner Geschichten" wurde Halmer auch durch seine Rolle als Anwalt Jean Abel in der gleichnamigen ZDF-Fernsehfilmserie (1988-2001) sowie als Dr. Jakob Buchmann in den ARD-Filmen "Ein Drilling kommt selten allein" (2012) und "Vier Drillinge sind einer zu viel" (2014) zum Publikumsliebling. Zuletzt stand er unter anderem mit Senta Berger im Kinofilm "Weißt du noch" (2023) vor der Kamera. 2021 wurde Günther Maria Halmer mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet.