München (epd). Der bayerische Landesbischof Christian Kopp fordert von den Industrieländer weiterhin Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit. "Gerade angesichts wachsender humanitärer Krisen braucht es weiterhin weltweite gegenseitige Unterstützung - finanziell, personell und durch starke Partnerschaften", sagte Kopp laut einer Mitteilung am Montag. Gemeinsam mit einer Delegation des landeskirchlichen Partnerschaftssentrums Mission EineWelt hatte Kopp Anfang Mai die beiden lutherischen Partnerkirchen in Kenia und Tansania besucht.

"Die reichen Industrieländer tragen hier besondere Verantwortung, auch die deutsche Bundesregierung", sagte Kopp. Nur Gerechtigkeit schaffe Frieden. Nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sind die weltweiten Entwicklungsgelder der Industrieländer im vergangenen Jahr um 23,1 Prozent auf 174,3 Milliarden US-Dollar gesunken. Das habe enorme Auswirkungen auf die weltweite Gerechtigkeit und auf notwendige Ausgleichsprozesse, sagte Landesbischof Kopp.

Diskussion über Zukunft der Partnerschaften

Bei Gesprächen in Nairobi sei deutlich geworden, wie sehr in den großen Flüchtlingslagern in Kenia die Kürzung der Mittel für Entwicklungszusammenarbeit durch die US-Regierung und viele andere Regierungen zu enormen humanitären Problemen führe, hieß es in der Mitteilung weiter.

Während der Reise traf der Landesbischof Kirchenleitende, Mitarbeitende sozialer Projekte, Menschen, die Krankenhäuser betreiben und in ländlichen Gebieten tausende Menschen versorgen, sowie Freiwillige und Hauptamtliche aus Bayern, die die Arbeit vor Ort unterstützen. Zwischen den lutherischen Kirchen in Bayern, Kenia und Tansania besteht seit vielen Jahren ein enger Austausch. Bei einer zweitägigen theologischen Konsultation aller afrikanischen Partnerkirchen in Dar es Salaam in Tansania wurde über die zukünftige Entwicklung der Partnerschaften diskutiert.