Regensburg, Pozzallo (epd). Das zivile Rettungsschiff "Sea-Eye 5" wird von den italienischen Behörden im Hafen von Pozzallo auf Sizilien festgehalten. Die Festsetzung sei unrechtmäßig, teilte die Regensburger Hilfsorganisation Sea-Eye, die das Schiff betreibt, am Dienstag mit. Die Schiffsbesatzung hatte zuvor nach eigenen Angaben 65 Menschen von einem in Seenot geratenen Schlauchboot im zentralen Mittelmeer gerettet.

Die Festsetzung sei ein "politisch motivierter Akt" und ein "schwerwiegender Angriff auf die zivile Seenotrettung", sagte Sea-Eye-Vorsitzender Gorden Isler. Die Organisation werde beschuldigt, die Anweisungen der Seenotleitung in Rom missachtet zu haben. Zum einen soll Sea-Eye die Übergabe Schutzbedürftiger an die Küstenwache verweigert haben, zum anderen die Weiterfahrt zum Hafen Tarent verspätet angetreten sein. Sea-Eye wies laut Mitteilung die Vorwürfe entschieden zurück. Sie werde juristisch gegen die Festsetzung vorgehen, kündigte die Organisation an.

Die Schiffsbesatzung der "Sea-Eye 5" habe nach Verhandlungen mit Verweis auf internationales Seerecht erreicht, den Hafen von Pozzallo auf Sizilien ansteuern zu dürfen. Nachdem alle Personen sicher an Land gebracht worden seien, sei das Schiff am Montagabend offiziell festgesetzt worden. Es sei die erste Festsetzung des seit Dezember 2024 von Sea-Eye betriebenen Schiffes, hieß es.