Dachau (epd). Zum 81. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau laden die Kirchen am Sonntag (3. Mai) um 9.15 Uhr zu einem ökumenischen Gedenkgottesdienst in die Klosterkirche Karmel Heilig Blut ein. Beteiligt sind laut Programm die Griechisch-Orthodoxe Metropolie, die Katholische Seelsorge an der Gedenkstätte, die Schwestern vom Kloster Karmel und die Evangelische Versöhnungskirche. Zum Gottesdienst werden auch Überlebende des KZ Dachau und ihre Angehörigen erwartet, ebenso der Präsident des Internationalen Dachau-Komitees (CID) Dominique Boueilh.
Bereits am Samstag (2. Mai) findet um 16.30 Uhr eine Gedenkstunde am ehemaligen SS-Schießplatz in Hebertshausen sowie um 18 Uhr eine Gedenkfeier am Dachauer Mahnmal für die Todesmarsch-Opfer statt. In Hebertshausen spricht unter anderem der Holocaust-Überlebende Ernst Grube, für die Mahnmal-Initiative hat Abba Naor, der am 2. Mai 1945 auf dem Todesmarsch befreit wurde, als Redner zugesagt.
Jüdische Überlebende Lynne Farbman und Dafna Gerstner kommen
Zum Gottesdienst am Sonntag kommen die jüdischen KZ-Dachau-Überlebenden Lynne Farbman und Dafna Gerstner. Farbman wurde am 16. Januar 1945 im Außenlager Mettenheim bei Mühldorf geboren. Sie wuchs zunächst in Displaced-Persons-Camps in Süddeutschland auf, bis die junge Familie in die USA auswanderte, wo Farbman heute lebt. Gerstner hat am 7. Oktober 2023 in ihrem Kibbuz in Israel unweit des Gazastreifens das Hamas-Massaker überlebt, ihr Bruder wurde dabei ermordet. Sie lebt seit einiger Zeit in München. Am Ende des Gottesdienstes will CID-Präsident Dominique Boueilh, Sohn des französischen KZ-Dachau-Überlebenden Didier Boueilh, das Wort ergreifen.
Die Pfarrer nehmen im Anschluss noch an der jüdischen Gedenkfeier teil. Für Pfarrer Mensing ist es der letzte Gottesdienst zum Befreiungstag. Nach 21 Jahren Dienst in der KZ-Gedenkstätte wird er am 12. Juli in den Ruhestand verabschiedet.