München, Köln (epd). Die Zahl der Menschen ohne Krankenversicherung, die die Malteser im vergangenen Jahr in Deutschland akut behandelt haben, ist um fast zehn Prozent gestiegen. Wie die Hilfsorganisation am Mittwoch in Köln mitteilte, suchten 17.900 Menschen erstmals oder zum wiederholten Mal eine der 21 Ambulanzen auf, die die Malteser zwischen München und Hamburg unterhalten. Unter ihnen waren mehr als 1.000 Schwangere und mehr als 1.200 Kinder und Jugendliche.

Der Anteil der Neupatienten sei im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 4,2 Prozent auf 7.665 Patienten gestiegen, hieß es. Mehr als 10.200 suchten im vergangenen Jahr erneut medizinischen Rat,

Die meisten Betroffenen kamen aus EU-Nachbarländern (1.938), gefolgt von Asien (1.713) und dem übrigen Europa (1.478). 1.250 hatten eine afrikanische Staatsbürgerschaft, fast 900 Patienten hatten die deutsche Staatsbürgerschaft. Mit 47,5 Prozent hatte knapp die Hälfte der Patientinnen und Patienten einen legalen Aufenthaltsstatus, 32,5 Prozent waren ohne Aufenthaltsstatus, zu 20 Prozent lagen keine Angaben vor.

Malteser besorgt über hohe Zahl an Schwangeren

Insbesondere die mehr als 1.000 schwangeren Frauen zeigten, wie wichtig das Angebot für eine Medizin auch ohne Versicherung ist, erklärte Gabrielle von Schierstädt, Bundesbeauftragte der Malteser für das Projekt "Malteser Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung" (MMM).

In dem Projekt engagieren sich den Angaben zufolge insgesamt 390 Ehrenamtliche aus Medizin und Pflege. Die Untersuchungen finden anonym und kostenlos statt, unabhängig von Krankenversicherungen oder dem Aufenthaltsstatus. MMM-Ambulanzen befinden sich unter anderem in München, Stuttgart, Wiesbaden, Berlin und Hamburg. Einen Schwerpunkt hat das Projekt in Nordrhein-Westfalen mit sieben Ambulanzen.