Nürnberg (epd). Der Konzeptkünstler und Gründer des Papiertheaters, Johannes Volkmann, erhält von der Stadt Nürnberg den mit 10.000 Euro dotierten Großen Kulturpreis. Volkmann nennt seine mehrjährigen künstlerischen Projekte zu Themen der Zeit "Gesellschaftsinszenierungen". Zur Bankenkrise stellte er die Frage: Was ist unbezahlbar? Zu Beginn der Flüchtlingskrise 2015 initiierte er das Projekt "Die innere Stadt". Im Gegensatz zum kapitalistischen Denken lud er zum "anders herum denken".

Von 2014 bis 2018 rief er die internationale "Konferenz der Kinder" ins Leben und entwickelte daraus vier "Gipfelkonferenzen der Kinder" mit weitreichenden Folgen: Durch die weltweite Plastikwaffensammlung soll ein "Tempel der Entwaffnung" entstehen. Der 54-Jährige erfand außerdem die "Verkehrsschilder der Gerechtigkeit". In seinem Papiertheater steht Volkmann seit 25 Jahren mit seiner Schere und Papier auf der Bühne und erzählt Geschichten für Erwachsene und Kinder. Er hat zudem den "Verlag Erlesene Bücher" gegründet, in dem zwölf Werke erschienen sind.

"Johannes Volkmann erlaubt sich Größtmögliches zu denken, um dann das Machbare zu realisieren", heißt es in einer Würdigung der Stadt. Er integriere unterschiedliche Länder und Kulturen in seinen Arbeiten und arbeite mit sparsamen, bildhaften Ressourcen. "Seine Arbeiten werden erst richtig wirkungsvoll, wenn sich viele Menschen beteiligen."

Nürnberg verleiht den Großen Kulturpreis alle zwei Jahre. Verleihung ist am Montag, 14. November in der Nürnberger Tafelhalle.