Passau (epd). Hunderte Menschen haben am Sonntag gegen eine geplante Lesung des österreichischen Rechtsextremisten Martin Sellner in Passau demonstriert. Das Passauer Bündnis für Demokratie und Vielfalt hatte zu der Kundgebung aufgerufen und reagierte damit auf eine Ankündigung Sellners, in der Stadt sein neues Buch vorstellen zu wollen. Das Bündnis hat offenbar sein Ziel erreicht: Sellner sei zwar angereist, habe aber in Passau keinen Wirt gefunden, der ihm einen Raum zur Verfügung gestellt hätte, teilte das Bündnis am Montag mit.

Eine Buchvorstellung und eine Präsentation seiner völkisch-nationalen Ideen in Passau hätten nicht stattgefunden, hieß es. Eine spontane Signier-Aktion von Sellner an der "Ortsspitze" unter freiem Himmel sei durch einen Gegenprotest gestört worden. Sellner sei "ohne Propaganda-Erfolg" wieder abgereist, sagte ein Bündnis-Sprecher. Sellner sei im Anschluss von Polizeibeamten über die Grenze nach Österreich eskortiert worden.