München, Berlin (epd). Expertinnen und Experten aus Umwelt und Wissenschaft haben den Ausbau von erneuerbaren Energien bei gleichzeitigem Abbau von Öl und Gas gefordert. Bei der Energiekrise infolge des Irankriegs handle es sich eigentlich um eine "fossile Krise", sagte die Klimaaktivistin Luisa Neubauer am Mittwoch in Berlin. Ein Bündnis um die Organisationen Campact, Fridays for Future, Greenpeace, Deutsche Umwelthilfe und WWF will deshalb am Samstag (18. April) in München, Berlin, Hamburg und Köln unter dem Motto "Erneuerbare Energien verteidigen" demonstrieren.
Die Berliner Demonstration soll vor dem Bundeswirtschaftsministerium starten. Dessen Ministerin Katherina Reiche (CDU) wolle den Ausbau der erneuerbaren Energien "für die Profite der Öl- und Gaswirtschaft" ausbremsen, kritisieren die Organisationen. Die Münchner Demo startet laut Homepage um 12 Uhr am Siegestor und führt an der Staatskanzlei vorbei zum bayerischen Wirtschaftsministerium, wo die Kundgebung endet.
Lesch sieht "irrsinnige Chance"
Der Astrophysiker Harald Lesch sagte, er sei "geschockt darüber, dass wir für den gesunden Menschenverstand demonstrieren müssen". Verbrennungstechnologien seien "wesentlich ineffizienter als alles, was mit elektrischer Energie läuft". Würden erneuerbare Energien jetzt nicht ausgebaut, verpasse Deutschland eine "irrsinnige Chance", warnte Lesch.
Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, rief dazu auf, Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit zusammenzudenken: "Die fossile Kostenfalle zeigt sich mehr denn je." Bentele forderte, die Idee der ehemaligen Ampelregierung nach einem sozial gestaffelten Klimageld wieder aufzugreifen.