Regensburg (epd). Der Regensburger Arbeitskreis Queer fordert eine Korrektur des von der Bundesregierung geplanten Selbstbestimmungsgesetzes. Es soll trans- und intergeschlechtlichen Menschen erleichtern, ihren Vornamen und Geschlechtseintrag ändern zu lassen. Die Aktivisten fordern insbesondere die Streichung der geplanten dreimonatigen Bedenkzeit, teilte der Arbeitskreis am Montag mit.
"Viele von uns warten seit langem auf diese Reform, die uns endlich ermöglicht, in Würde zu leben. Solche Entscheidungen trifft man nicht leichtfertig. Eine Bedenkzeit ist deswegen überflüssig", führte Kim Maierhofer vom Arbeitskreis Queer aus. Der Arbeitskreis übergab dazu eine Petition an die Oberpfälzer Bundestagsabgeordneten Carolin Wagner (SPD), Ulrich Lechte (FDP) und Stefan Schmidt (Grüne).
Andere Forderungen sind laut Mitteilung die Ausweitung des Offenbarungsverbotes und das Entfernen eines Passus, der es transweiblichen Personen verbieten soll im Kriegsfall ihren Geschlechtseintrag zu ändern. Der Arbeitskreis forderte die Bundestagsabgeordneten auf, sich im Parlament für eine Korrektur und im Anschluss für einen schnellen Beschluss des Gesetzesentwurfs einzusetzen.
Das geplante Selbstbestimmungsgesetz soll das seit 1981 geltende Transsexuellengesetz ablösen. Letzteres wurde verabschiedet, als Transidentität noch als psychische Krankheit galt. Das Gesetz regelt keine medizinischen Maßnahmen, sondern nur die Änderung von Vornamen und Geschlechtseintrag. Voraussetzung dafür war bis 2009 die Scheidung und bis 2011 die Sterilisation. Diese Bedingungen kippte das Bundesverfassungsgericht. Bis heute müssen Betroffene vor Gericht ziehen und mindestens zwei psychiatrische Gutachten vorlegen.