Hannover (epd). Nach dem Ausscheiden von drei Mitgliedern aus dem Leitungsgremium der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) stellen sich vier Kandidaten im November in Würzburg zur Wahl. Wie die Präses der EKD-Synode, Anna-Nicole Heinrich, am Montag mitteilte, sind darunter zwei Kandidatinnen aus Bayern oder zumindest mit bayerischen Wurzeln: Zum einen Nicole Grochowina, Ordensschwester der evangelischen Communität Christusbruderschaft im oberfränkischen Selbitz, zum anderen Kirchenrätin und Pfarrerin Andrea Wagner-Pinggéra, Vorständin der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel.

Wagner-Pinggéra war von Herbst 2007 bis zum Sommer 2010 Beauftragte der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern für den 2. Ökumenischen Kirchentag in München (12. bis 16. Mai 2010). Danach war sie als persönliche Referentin des damaligen bayerischen Landesbischofs Heinrich Bedford-Strohm tätig. Außerdem war die Theologin auch Landespfarrerin des Landesverbandes der Johanniter in Bayern. Die beiden weiteren Kandidaten für den Rat der EKD sind die Kirchenpräsidentin der Evangelisch-reformierten Kirche, Susanne Bei der Wieden, und der Berliner Bischof Christian Stäblein als leitende Geistliche.

Gewählt wird während der Synodentagung vom 10. bis 13. November in Würzburg. Bereits 2023 hatte der Rat als eins von drei Leitungsgremien der EKD mit Annette Kurschus ein Mitglied verloren. Kurschus war als Vorsitzende des Rats und als Präses der westfälischen Landeskirche zurückgetreten. Auslöser waren Vorwürfe gegen sie wegen einer mangelhaften Kommunikation in einem mutmaßlichen Fall sexuellen Fehlverhaltens eines Bekannten. Die zuständige Staatsanwaltschaft stellte die strafrechtlichen Ermittlungen gegen den Bekannten ein, da die mutmaßlichen Missbrauchsfälle entweder verjährt oder die Betroffenen damals nicht mehr minderjährig waren.

Auch der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung verlässt den Rat wegen seines bevorstehenden Ruhestands. Zudem will der Bochumer Kirchenrechtsprofessor Jacob Joussen, seit 2015 Mitglied des Rats, sein Amt niederlegen. Neben persönlichen Gründen gab Joussen auch Differenzen über die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche an. "Die Art und Weise, wie die Landeskirchen und wie wir alle mit den Ergebnissen der im Januar vorgestellten ForuM-Studie umgehen, entspricht nicht meiner Art, Verantwortung wahrzunehmen", hatte Joussen zu seinem Rücktritt erklärt. Insgesamt gehören dem Rat 15 Mitglieder an.