München, Berlin (epd). In den meisten deutschen Städten wächst der Bestand an privaten Pkw weiter. Zwischen 2019 und 2026 stieg die Zahl der zugelassenen privaten Autos in 93 von 105 untersuchten Städten, wie die Deutsche Umwelthilfe (DUH) am Freitag in Berlin mitteilte. Bundesweit kamen seither rund 250.000 Autos hinzu. Besonders stark war der Zuwachs in Köln mit 13.139 neu zugelassenen Privat-Pkws, gefolgt von München (plus 12.934), Duisburg (plus 11.263) und Dortmund (plus 10.232). Für ihre Auswertung verwendete die DUH Zulassungsdaten des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA).
Trotz Klimakrise und Flächenkonkurrenz nehme damit der Pkw-Bestand in knapp 90 Prozent der Städte weiter zu, so die DUH. Nur in zwölf Städten sei die Anzahl an privaten Autos zurückgegangen.
In Würzburg nahm die Zahl der Autos ab
Betroffen sind auch die bayerischen Großstädte. In Ingolstadt fahren heuer 4.973 Autos mehr, in Augsburg 4.846. Zunahmen verzeichnen auch Regensburg (plus 2.910), Fürth (plus 2.074), Erlangen (plus 1.316) und Nürnberg (plus 1.205). Nur in Würzburg sank die Zahl: Dort fahren heuer 9 private Autos weniger als 2019.
Die DUH fordert laut Mitteilung eine konsequente Mobilitätswende und eine gerechte Neuverteilung des öffentlichen Verkehrsraums zugunsten von Rad-, Fuß- und öffentlichem Verkehr. Flächen, die von Autoverkehr und parkenden Pkw beansprucht werden, müssten schrittweise für klimafreundliche Mobilität und Stadtgrün zurückgewonnen werden.
Die DUH hat den privaten Pkw-Bestand in allen Großstädten und den jeweils fünf größten Städten jedes Bundeslandes berechnet. Das KBA weist die Gesamtzahl und die Zahl der gewerblich zugelassenen Pkw je Kommune aus. Aus der Differenz lassen sich die privaten Pkw errechnen. Nicht untersucht wurde, wie die Pkw-Zahlen etwa mit dem jeweiligen Bevölkerungswachstum der Städte zusammenhängen.