Augsburg, Köln (epd). Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder will weiterhin eine kostenlose Mitversicherung von Ehepartnern in der Gesetzlichen Krankenversicherung. Eine Streichung der kostenlosen Mitversicherung wäre "ein vollkommen falsches Signal an die Menschen in unserem Land, sagte Söder der "Augsburger Allgemeinen" (Mittwoch): "Es ist völlig absurd, in diesen herausfordernden Zeiten unsere Familien zusätzlich zu belasten."

Die Debatte zur kostenfreien Mitversicherung unter Eheleuten kritisierte die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, scharf. "Die Familienversicherung ist kein Privileg, sondern Ausdruck gelebter Solidarität. Wer sie abschafft, schwächt den sozialen Zusammenhalt in unserem Land", sagte Bentele, die zusätzlich Vorsitzende des VdK-Landesverbands Bayern ist, dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (Mittwoch).

"Genug Geld im System"

Der Chef der Techniker Krankenkasse (TK), Jens Baas, dringt unterdessen auf eine "grundlegende neue Struktur" des Systems zur ärztlichen Betreuung der Menschen in Deutschland. Es reiche nicht, bei Reformen ständig mehr Geld in das alte System zu stecken, sagte Baas am Mittwoch im "Morgenmagazin" der ARD. Entscheidend sei, die Patientinnen und Patienten "sauber" durch das Gesundheitswesen zu leiten.

Derzeit sei vielen nicht klar, zu welchem Arzt sie gehen müssen, auch würden Daten nicht richtig übergeben. Das führe zu Doppeluntersuchungen. Zwar gebe es theoretisch das Hausarztprinzip. "Praktisch geht jeder dahin, wo er möchte", sagte Baas. Die Koordinationsfunktion des Hausarztes müsse gestärkt werden.

Zur Debatte, die kostenlose Mitversicherung von Ehepartnern bei der Kranken- und Pflegeversicherung zu streichen, sagte Baas, das sei eine gesellschaftliche Entscheidung. Ihn ärgere aber, dass es wieder darum gehe, mehr Geld einzunehmen. "Wir haben genug Geld im System", betonte der TK-Vorstandsvorsitzende: Es sollte nicht darum gehen, den Menschen noch mehr Geld abzunehmen. "Wir sollten es besser ausgeben."