Regensburg (epd). Die Stolperstein-Initiative Regensburg verlegt am 24. März zwei Stolpersteine - für Esther Grünhut (geboren 1913) und deren Bruder Alfred (geboren 1910). Vor Ort gebe es bereits zwei Gedenksteine für ihre Eltern, Laura und Siegfried Grünhut, teilte die Stolperstein-Initiative in Regensburg mit. Zur Verlegung werde der Sohn von Esther Grünhut, Ilan Peer, aus den USA erwartet. Die "Familienzusammenführung von vier Stolpersteinen" vor der letzten gemeinsamen Wohnung, am heutigen Platz der Einheit 1-2, werde von mehreren Schulklassen mitgestaltet.
Esther Grünhut flüchtete deutlich vor 1942 über England nach Palästina. Alfred Grünhut plante seine Auswanderung, nachdem er längere Zeit im Konzentrationslager Dachau inhaftiert gewesen war. Ende Mai 1939 verließ er Regensburg und bereitete sich nahe Fulda auf ein Leben im Kibbuz vor. Doch seine Ausreise schlug fehl.
Todesdatum von Alfred Günhut unbekannt
Ende Oktober 1941 brachten ihn NS-Schergen in ein Arbeitslager für junge Juden nach Kaisermühl. Vermutlich im April 1942 wurde er von dort ins Warschauer Ghetto abtransportiert. Am 22. Juli 1942 setzten dort die Liquidierungen ein. Das genaue Todesdatum von Alfred Grünhut ist unbekannt.
Annähernd 300 Stolpersteine hat die Stolperstein-Initiative des Evangelischen Bildungswerks Regensburg laut Mitteilung in den vergangenen 18 Jahren in Regensburg verlegt, außerdem einen Stein in Schierling und einen in Lappersdorf. Europaweit seien es inzwischen über 116 000 Steine in 31 Ländern.