München (epd). Mehrere Umweltverbände setzen sich für ein Ende der Erdgas-Förderpläne in Bayern ein. Man fordere die Behörden auf, alle neuen Anträge zur Erdgasförderung im Freistaat "im Interesse des Allgemeinwohls" abzulehnen, teilte der Bund Naturschutz zusammen mit Greenpeace Bayern und Fridays for Future Bayern am Mittwoch mit. Zudem fordere man den bayerischen Landtag auf, "die Verlängerung der Konzession für das Gasprojekt in Reichling durch Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) vom September 2025 als rechtswidrig einzustufen".
Das Thema wird den Angaben zufolge am Donnerstag (12. Februar) im Landtagsausschuss für Wirtschaft behandelt. Die Forderungen der Umweltverbände werden demnach von 57.344 Menschen unterstützt, die die Unterschriftenaktion "Keine neuen Gasbohrungen in Bayern" unterzeichnet hätten.
"Fossiles Gas ist ein Klimakiller"
Die Verlängerung der Konzession zur Erdgaserkundung im Gebiet "Lech" in Reichling (Landkreis Landsberg am Lech) bis 2027 verstoße mit Blick auf das 1,5 Grad-Ziel "gegen das Klimaschutzgebot des Grundgesetzes und das Völkerrecht", sagte Saskia Reinbeck, Klimaschutzexpertin von Greenpeace Bayern, laut Mitteilung. Das gelte auch für Konzessionen in Nachbargebieten zwischen Lech und Ammersee und Holzkirchen, die bis 2026 und 2029 erteilt worden seien.
Der Energiereferent des Bund Naturschutz in Bayern, Kasimir Buhr, betonte: "Fossiles Gas ist ein Klimakiller." Statt jetzt noch in neue Gasinfrastruktur zu investieren, brauche es Planungssicherheit für den Umstieg auf erneuerbaren Strom und Wärme. Nur so könne man gleichzeitig das Klima schützen und sich "unabhängig von Importen aus Autokratien machen".