Regensburg (epd). Die Stolperstein-Initiative des Evangelischen Bildungswerkes hat für den 6. Mai sechs neue Stolpersteinverlegungen in Regensburg angekündigt. Darunter seien auch fünf NS-Opfer, die zur Gruppe der "Verleugneten" gehörten, teilte die Initiative mit. Diese Menschen wurden vom Nationalsozialismus ausgegrenzt, weil sie entweder arbeits- oder obdachlos waren oder als straffällig oder kriminell eingestuft wurden, und deshalb in polizeiliche Vorbeugehaft genommen wurden.

Nach kurzem Aufenthalt im Gefängnis wurden die Verleugneten in ein Konzentrationslager überführt, wo sie häufig von ihren Mitgefangenen diskriminiert und misshandelt wurden. Weil sie einen schwarzen oder grünen Winkel tragen mussten, waren sie für alle erkennbar. Im KZ sollten sie "durch Arbeit zum Tode gebracht werden". Im Jahr 2020 hat der Bundestag diese Opfergruppe offiziell als NS-Opfer anerkannt.

Nahezu 300 Stolpersteine in Regensburg

Unter den NS-Opfern, denen bei der Verlegung im Mai besonders gedacht werde, befinden sich auch vier Regensburger Widerstandsopfer, hieß es. Etwa 300 Stolpersteine hat die Stolperstein-Initiative in den vergangenen 18 Jahren in Regensburg verlegt, außerdem einen Stein in Schierling und einen in Lappersdorf. Europaweit seien es inzwischen über 116.000 Steine in 31 Ländern.