Würzburg (epd). Schülerinnen und Schüler des Riemenschneider-Gymnasiums haben für die Gedenkstätte "Denkort Deportationen" vor dem Würzburger Hauptbahnhof einen Audio-Guide erstellt. Dieser wird an diesem Freitag (8. Mai) ab 16.30 Uhr erstmals freigeschaltet, wie der Trägerverein der Gedenkstätte am Mittwoch in Würzburg mitteilte. Mit dem neuen akustischen Angebot könne man sich nicht nur Fakten über die Entstehung der Gedenkstätte, sondern auch ausgewählte Biographien anhören.
Eine zwölfköpfige Schülergruppe des Riemenschneider-Gymnasiums habe das Hörprogramm seit vergangenem Herbst gemeinsam erarbeitet. Um den Audio-Guide zu nutzen, benötigt man ein internetfähiges Handy, über das man die Audio-Dateien abrufen kann. Die Nutzung ist kostenfrei. Von den mehr als 2.000 von Würzburg aus deportierten Menschen, die während des NS-Terrorregimes in den Jahren 1941 bis 1944 in den Tod geschickt wurden, überlebten nur 63 Personen.
Erinnerung in Heimatgemeinden und am Hauptbahnhof
Das Besondere am "Denkort Deportationen" ist: Auf dem Platz vor dem Würzburger Hauptbahnhof stehen verschiedene Gepäckstück-Skulpturen, jede steht für Deportierte aus einer unterfränkischen Gemeinde. Je ein "Duplikat" dieser Gepäckstücke steht in den Heimatgemeinden der Menschen im öffentlichen Raum. So wird zentral in der Würzburger Innenstadt an die Opfer der Deportationen zwischen 1941 und 1944 in ganz Unterfranken erinnert, aber auch in den früheren Wohngemeinden der NS-Opfer.