Würzburg (epd). Der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster, nimmt an diesem Mittwoch (8. November) am Gedenken der Stadt Würzburg anlässlich des 85. Jahrestages der Pogromnacht teil. Die Stadt Würzburg, die Regierung von Unterfranken sowie die Israelitische Kultusgemeinde Würzburg und Unterfranken werden der Opfer der NS-Verfolgung gedenken, teilte die Stadt am Montag mit. Schuster wird wie auch Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) einen Kranz niederlegen und eine Ansprache halten. Das Gedenken ab 18 Uhr am Platz der ehemaligen Synagoge in der Domerschulstraße ist öffentlich.

Mit der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 gingen die Nationalsozialisten zur offenen Gewalt gegen die jüdische Minderheit im Dritten Reich über. Vielerorts brannten die Synagogen und jüdischen Gebetshäuser. Jüdische Geschäfte und Wohnungen wurden verwüstet und jüdische Bürger misshandelt. Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass mehr als 1.300 Menschen getötet und mindestens 1.400 Synagogen in Deutschland und Österreich stark beschädigt oder zerstört wurden.