16.03.2019
Frauen

Equal Pay Day: In Bayern arbeiten Frauen 77 Tage umsonst

Von einer Gleichstellung der Geschlechter in Bayern kann nicht die Rede sein. Warum der Equal Pay Day wichtig ist.
Geld im Portemonnaie

Frauen in Bayern erhalten nach wie vor 24 Prozent weniger Lohn als ihre männlichen Kollegen. Diese Lohnungerechtigkeit kritisierte die Vize-Vorsitzende des DGB Bayern, Verena Di Pasquale, anlässlich des Equal Pay Day am Montag (18. März 2019). Mit dieser Lohnlücke liege der Freistaat weiterhin deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 21 Prozent. Damit könne in Bayern auch 2019 von echter Gleichstellung zwischen den Geschlechtern "noch lange nicht die Rede sein", so die Mitteilung.

Nur in Baden-Württemberg sei den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts zufolge die Gehaltsdifferenz mit 26 Prozent noch größer, sagte Di Pasquale laut Mitteilung. Dies sei die logische Konsequenz aus der Situation auf dem Arbeitsmarkt. Frauen seien in besser vergüteten Führungspositionen in der Minderheit. Dafür arbeiteten sie umso häufiger in Berufen, "die trotz hoher gesellschaftlicher Relevanz deutlich schlechter entlohnt werden", etwa als Pflegefachkraft oder Erzieherin. Hinzu komme, dass vor allem Frauen häufig in prekären Beschäftigungsverhältnissen seien.

Equal Pay Day fordert Entgeltgleichheit

Der Equal Pay Day ist der internationale Aktionstag für Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern. Er markiert den Tag, bis zu dem Frauen über den Jahreswechsel hinaus arbeiten müssten, um rechnerisch auf das durchschnittliche Jahresgehalt ihrer männlichen Kollegen zu kommen. In Deutschland ist das seit 2017 der 18. März. Der "Gender Pay Gap" bezeichnet dabei den prozentualen Unterschied des durchschnittlichen Brutto-Stundenlohns zwischen Frauen und Männern.

Auch Bayerns Sozialministerin und Frauenbeauftragte Kerstin Schreyer (CSU) nannte es laut einer Mitteilung "nicht akzeptabel, dass Frauen 77 Tage umsonst arbeiten, während Männer bereits bezahlt werden". Ein Großteil des Lohnunterschieds sei auf strukturelle Ursachen zurückzuführen. Die Arbeitswelt müsse unter anderem "noch familienfreundlicher werden". Mit seinem Lohnunterschied liege Deutschland auf Platz 26 von 28 Ländern in Europa, hieß es in einer Mitteilung der Landeshauptstadt München. Dort findet am Montag eine Protestaktion zum Equal Pay Day statt, wie auch in zahlreichen anderen Städten Bayerns.

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