10.02.2020
Religionsunterricht

Religionsunterricht Bayern: Schulversuch testet ökumenische Zusammenarbeit

Ein neuer Schulversuch soll die Abdeckung mit konfessionellem Reli-Unterricht sicherstellen. Dabei besuchen etwa evangelische Kinder katholischen Unterricht, falls kein evangelischer angeboten wird - erhalten jedoch zwölf evangelische Zusatzstunden.
Kinder im Unterricht
Zwei Kinder sind in eine Schulaufgabe vertieft.

Zum kommenden Schuljahr 2020/2021 startet in Bayern ein neuer Schulversuch zum "Konfessionellen Religionsunterricht mit erweiterter Kooperation". Oberkirchenrat Stefan Blumtritt, Leiter der Abteilung "Gesellschaftsbezogene Dienste" im Münchner evangelischen Landeskirchenamt, bezeichnete den auf zwei Jahre angelegten Schulversuch als "sehr interessantes Vorhaben". Dies sowohl im Blick "auf die ökumenische Zusammenarbeit, aber selbstverständlich auch, weil er den gesellschaftlichen Veränderungen Rechnung trägt", sagte er dem Sonntagsblatt.

Blumtritt, der in seiner Funktion in der Kirchenleitung unter anderem für den evangelischen Religionsunterricht in Bayern zuständig ist, forderte, dem Schulversuch ausreichend Zeit einzuräumen, "um Erfahrungen zu sammeln und diese gründlich auszuwerten". Der "Konfessionellen Religionsunterricht mit erweiterter Kooperation" wird es ergänzend zum klassischen konfessionellen Religionsunterricht an den bayerischen Grund-, Mittel- und Förderschulen geben.

Auch der Lehrer- und Pädagogenverband KEG Bayern begrüßte diese Entscheidung, werde damit doch eine langjährige Forderung des Verbands umgesetzt. Kinder an Grund-, Mittel- und Förderschulen könnten vielerorts zwar schon jetzt am Religionsunterricht der jeweils anderen Konfession teilnehmen, wenn es vor Ort keinen Unterricht ihrer Konfession gibt.

Neu an diesem Schulversuch ist, dass etwa evangelische Kinder im katholischen Religionsunterricht trotzdem zwölf Stunden pro Schuljahr von einer evangelischen Religionslehrkraft erhalten werden. Damit könnten dann konfessionsspezifische Themen wie etwa die Reformation behandelt werden. So könne man weiterhin allen Schülern katholischer und evangelischer Konfession den Besuch des Religionsunterrichts ermöglichen, teilte die KEG weiter mit.

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