Nun beginnt für sie ein neues Kapitel – im Gemeindedienst der Kirchengemeinde Aschbach-Großbirkach. Und auch hier schlägt sie neue Wege ein: Als erste Sozialpädagogin im Gemeindedienst im Dekanat Bamberg.

Sabine Strelov erinnert sich noch gut an ihren ersten Arbeitstag in der Evangelischen Jugend. Das alte Haus in der Egelseestraße, mitten im Gärtnerviertel, war damals ihr neues berufliches Zuhause. "Ich kam aus Nürnberg, und Bamberg war aus privaten Gründen mein erklärtes Ziel. Als ich das erste Mal das Haus betreten habe, dachte ich: Wow – jetzt bist du also wirklich da." Dieser erste Moment war voller Hoffnung und Aufbruchsstimmung – und genau diese Haltung sollte Sabine Strelovs Arbeit über viele Jahre hinweg prägen.

Was mit einem "Wow"-Gefühl begann, endet mit tiefer Dankbarkeit. "Ich möchte diese Zeit auf gar keinen Fall hergeben", sagt sie heute. Die Jahre in der Evangelischen Jugend waren für sie mehr als ein Job: Sie waren prägend, erfüllend, intensiv. Natürlich gab es auch schwierige Phasen – aber der Rückblick fällt vor allem liebevoll aus: "Es war einfach eine ganz, ganz tolle Zeit, die mir sehr viel gegeben hat."

"Wenn die Bine sich was in den Kopf setzt …"

Wer mit Sabine Strelov zusammengearbeitet hat, weiß: Sie brennt für das, was sie tut. Und wenn sie für etwas brennt, steckt sie andere damit an. Eine Anekdote aus ihrer Zeit auf Freizeiten bringt das wunderbar auf den Punkt. Ein Ehrenamtlicher beschrieb es einmal so: "Wenn die Bine sich was in den Kopf setzt, dann hast du ungefähr 15 Sekunden Zeit, zu widersprechen – dann ist es zu spät. Dann brennt sie für die Sache." Dieses Feuer, dieses Herzblut war in unzähligen Projekten zu spüren.

Besondere Herzensprojekte waren etwa die Mädchenfreizeiten oder "Bamberg spielt!", eine große Spieleveranstaltung, die sie aus Nürnberg mitgebracht hatte. Beides sind Formate, die nicht nur Spaß machen, sondern auch Räume schaffen für Begegnung, für Gemeinschaft – und für die Entwicklung junger Menschen.

Nähe, Vertrauen, echtes Gespräch

Neben Projektarbeit und organisatorischer Verantwortung – auch als Geschäftsführerin der Evangelischen Jugend – hat Sabine Strelov immer wieder das aufgesucht, was ihr besonders am Herzen liegt: das Gespräch. "Die besonderen Momente waren für mich immer die, wenn Gespräche in eine seelsorgerliche Richtung gingen", erzählt sie. Wenn Jugendliche über Familie, Glaube oder Sexualität sprechen – offen, vertraulich, ehrlich. Das setzt Beziehung voraus. Und genau darin liegt vielleicht das größte Talent von Sabine Strelov: Räume zu schaffen, in denen Vertrauen wachsen kann.

Übergang mit Weitblick und Rückhalt

Auf die Frage, was sie nun zurücklässt, muss sie nicht lange überlegen: "Ich lasse drei junge, fitte Kolleginnen zurück, die der Evangelischen Jugend einen ganz neuen Drive geben werden. Ich denke, dass das richtig gut wird." Dieser Generationswechsel ist bewusst gewählt – und zeigt, wie sehr Strelov nicht nur für den Moment arbeitet, sondern für das Morgen.

Natürlich bedeutet der Abschied auch, sich von vielen Jugendlichen zu trennen, die sie begleitet hat. Aber ganz so endgültig ist der Schritt nicht: "Ein paar davon habe ich im Gepäck", sagt sie schmunzelnd. Denn einige ihrer früheren Schützlinge wohnen bereits in der Region, in die sie nun beruflich wechselt – und wo sich ihre Wege erneut kreuzen werden.

Neue Wege in der Kirche – mit neuer Berufung

Sabine Strelov übernimmt die Gemeindestelle in Aschbach-Großbirkach – eine Stelle, die früher einmal eine klassische Pfarrstelle war. Nun wird sie erstmals von einer Sozialpädagogin ausgefüllt. Gottesdienstgestaltung, Seelsorge und regionale Konfirmand:innenarbeit – das sind neue Aufgabenfelder. Und zugleich eine Pionierrolle.

"Ich denke, dass Kirche von Berufsgruppenvielfalt nur profitieren kann", sagt sie. Nicht nur Sozialpädagog:innen, auch Diakon:innen oder Religionspädagog:innen brächten wertvolle Perspektiven ein. Für sich persönlich zieht sie aus ihrer Zeit in der Kirche ein starkes Fazit: "Mir hat die Arbeit bei Kirche eine feste Basis im Glauben gegeben. Die hatte ich vorher nur ansatzweise. Die letzten Jahre haben mich gestärkt und gefestigt – sowohl privat als auch dienstlich."

Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen

Wenn ein neuer Abschnitt beginnt, darf natürlich auch ein geistlicher Begleiter nicht fehlen. Für ihre Verabschiedung in der Evangelischen Jugend hat sie sich Psalm 18,30 ausgesucht: "Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen." Ein Bild voller Vertrauen und Kraft – und eine Erinnerung daran, dass Glauben nicht nur Trost ist, sondern auch Aufbruch.

Für ihre neue Aufgabe greift Sabine Strelov auf Worte zurück, die kaum besser zu einem solchen Neubeginn passen könnten: den Missionsbefehl aus Matthäus 28. "Darum gehet hin und lehret alle Völker […] Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende." Für sie ist das Einladung, Auftrag und Zusage zugleich – und eine Quelle großer Motivation.

Die Freude im Gepäck nie verlieren

Am Freitag, 26. September um 18 Uhr wird Sabine Strelov offiziell in ihr neues Amt eingeführt – in der Kirche St. Laurentius in Aschbach. Es wird ein Moment des Abschieds – aber auch ein Moment des Aufbruchs. Denn wer Sabine Strelov kennt, weiß: Sie wird die neue Aufgabe mit der gleichen Energie und Herzlichkeit angehen, die sie über 16 Jahre lang zur prägenden Figur der Evangelischen Jugend Bamberg gemacht hat.

Und was nimmt sie mit auf diesen neuen Weg? Neben der Erfahrung, den Erinnerungen und dem Glauben ist es vor allem eines: "Die Freude an der Zusammenarbeit mit Menschen – die habe ich nie verloren. Und die nehme ich mit."