Es gibt Wörter, auf die reagiere ich körperlich. Ich höre ein Wort. Oder erinnere mich nur daran. Und etwas tut sich. Ich bekomme Gänsehaut. Oder mein Magen stülpt sich um. Bei schönen Wörtern lächle ich manchmal unbewusst.
Eines dieser Wörter ist ganz tief in meinem Körpergedächtnis verankert. Es heißt: Levez-vous. Das ist Französisch für: Steht auf. Oder: Aufstehen. Ich höre die Stimme meines Französischlehrers aus der siebten Klasse. Ich sehe ihn richtig vor mir. Die zusammengekniffenen Augen. Die rahmenlose Brille. Und in der rechten Hand diese absurd große, schwarze Ledertasche. Levez-vous. Die Stunde beginnt. Ich springe auf. Und senke sofort den Blick. In der Hoffnung, dass er mich nicht sieht. Levez-vous. Das heißt auch: Gleich wird einer abgefragt. Vokabeln, Grammatik. Meine allererste Note im allerersten Jahr Französisch war eine glatte Sechs. Es war nicht mal knapp. Danach habe ich gezittert. Jede Abfrage kann mich retten. Oder besiegeln, dass ich durchfalle. Ich höre "Levez-vous" und mein Atem beschleunigt sich, mein Puls wird schneller, ich zucke mit den Fingern. Ich spüre das jetzt noch, während ich es ausspreche.
Es gibt noch ein anderes französisches Wort, auf das mein Körper reagiert. Es heißt: Luc-sur-mer. So heißt ein Ort an der Küste der Normandie. Ich habe mal ein Jahr im grauen Norden Frankreichs studiert. Immer, wenn ich in dieser Zeit den Kopf freikriegen will, steige ich in einen wackligen Überlandbus. Linie 101. Die Endstation liegt an Meer. Luc-sur-mer. Die Brise riecht so fein wie der Name klingt. Ich spüre noch heute den Sand unter meinen Füßen. Meine Schulter sinken entspannt nach unten. Weil es schön ist und ruhig. Aber auch, weil ich weiß: Ich hab’s geschafft. Denn ich studiere nicht nur auf Französisch. Ich studiere Französisch. Ausgerechnet ich. Der mit der glatten Sechs. Später werde ich das Studium mit dem Staatsexamen abschließen. Was war passiert?
Der stumme Kampf in jedem Leben
Douce France, heißt es in dem Chanson. Süßes Frankreich. Aber Disziplin schmeckt salzig. Nach Schweiß und Tränen. Am Anfang war da bei mir erst mal ein kräftiger Tritt in den Hintern. Meine große Schwester konfrontiert mich eines Nachmittags: Karteikarten oder Sitzenbleiben. Ich tobe, ich schnaube, ich jammere, ich will es nicht. Sie sagt: Du hast es in der Hand. Ich tobe wieder, schnaube, jammere. Bis ich irgendwann meinen Füllfederhalter zücke. Und die erste Vokabel auf eine Karteikarte schreibe. Vaincu. Besiegt.
Disziplin. Manchmal habe ich das Gefühl: Es ist der stumme Kampf in jedem Leben. Jede, jeder kämpft ihn. Oft leise. Für sich. Immer wieder: Überwinden. Dranbleiben. Aufraffen. Wir haben viele Wörter dafür. So richtig gut fühlt sich keines an. Ich hätte so gerne eine Wundergeschichte, die ich erzählen kann. Dass es eines Tages Klick gemacht hat und dann habe ich diese eine Vergangenheitsform verstanden und alles lief wie geschmiert. Dass ich eine Lehrerin hatte, die mir den Zauber der Sprache Molières nähergebracht hat und seither schwelge ich darin. Die Wahrheit ist: Ich habe mich halt endlich hingehockt und gelernt.
Disziplin. Als ich Menschen in meinem Umfeld erzähle, dass ich dazu eine Evangelische Morgenfeier machen will, noch dazu in der Ferienzeit, verziehen sie reihenweise das Gesicht. Wieder so ein Wort, das körperliche Reaktionen hervorruft. Liebe Hörerinnen und Hörer, meine Hoffnung ist: Gerade jetzt, wo viele im Urlaub sind, lässt sich unverkrampft darauf schauen. Anders damit umgehen. Denn so schön meine Französisch-Story klingt: In bin immer noch Meister im Aufschieben und Vertagen. Ich will der Disziplin endlich auf die Spur kommen. Nicht, um noch mehr leisten zu können. Ich leiste schon genug. Ich will mich einfach weniger damit quälen. Also, liebe Disziplin, was ist dein Geheimnis? Wie finde ich dich? Und wie halte ich dich? Oder wirst du vielleicht doch maßlos überschätzt und kannst auf die Müllhalde der ausrangierten Tugenden?
Disciplina, auf Latein, heißt erst mal: Lehre, Erziehung. Wie bei der wissenschaftlichen Disziplin. Ernährungskunde ist eine. Auch Musikwissenschaft. Schön, oder? Was ist eigentlich passiert, dass wir beim Wort Disziplin nicht erst an die Schönheit der Bildung, des Sich-Entwickelns denken, sondern an Peitschenhiebe und Zucht und Ordnung? Mir könnte diese Frage egal sein. Würde ich nicht derzeit an einem Ort arbeiten, wo mein Bild von einem disziplinierten Leben auf den Kopf gestellt wird.
Disziplin im Kloster
Ich arbeite in einem Kloster. Es ist ein evangelisches Kloster. 25 Schwestern leben dort, auf dem Schwanberg bei Kitzingen. Jüngere, ältere. Ich erlebe diese Gemeinschaft als faszinierter Beobachter. Besonders staune ich über die Disziplin, mit der die Schwestern den Tag um 6.30 Uhr mit einem Morgengebet in der Kirche beginnen lassen. Es ist die erste von vier Gebetszeiten. Die Stundengebete strukturieren den Tag. Jeden Tag. Vom Eintritt in die Gemeinschaft bis ans Lebensende. Manchmal höre ich Leute sagen: "Ich könnte so nicht leben. Aber das sind ja alles fromme Schwestern. Die sind anders." Stimmt nicht, sage ich dann. Das sind Menschen wie du und ich. Manche von ihnen sind in jungen Jahren eingetreten, manche erst später. Davor haben sie gelebt, wie man halt so lebt. Ausbildung oder Studium, Job, Beziehungen, Miete bezahlen, Feiern am Wochenende. Wenn ich mit ihnen heute am Tisch sitze, merke ich: Uns treiben dieselben Themen um. Wir stellen uns dieselben Fragen übers Leben und die Welt. Uns motivieren und erschöpfen ähnliche Dinge. Wir sind eben Menschen.
Und doch gibt‘s einen großen Unterschied. Diese Frauen haben ein Gelübde abgelegt. Sie haben versprochen, ein Leben in Armut, Keuschheit und Gehorsam zu leben. Und das als selbstbewusste, aufgeklärte Menschen in unserer heutigen Zeit. Wenn wir zusammensitzen, bei einem Meeting, bei einem Planungstreffen, hitziges Diskutieren, die Köpfe rauchen, und plötzlich rufen die Kirchenglocken zum Gebet, lassen sie alles stehen und liegen, entschuldigen sich, stehen auf und gehen. Mich hat das am Anfang total irritiert. Inzwischen mache ich es genauso. Was ist wichtiger: Dieses eine To-do, diese eine Mail, oder Gott loben, dem wir alles zu verdanken haben, das Leben, den Kosmos, Raum und Zeit und die Liebe? Seit ich mich da entschieden habe, lasse ich auch alles stehen und liegen, wenn ich die Glocken höre, und gehe zum gemeinsamen Gebet rüber in die Kirche. Meistens.
Man könnte sagen: Wow, ganz schön diszipliniert. Man könnte aber auch sagen: Na ja, ganz schön undiszipliniert, die Arbeit muss ja gemacht werden. Andere warten vielleicht dringend auf die E-Mail. Das ist eine erste Spur für mich auf der Suche nach dem Geheimnis der Disziplin. Ich muss mich ehrlich fragen: Was hat Bedeutung für mich? Nicht für meine Chefin, meinen Lehrer, meine Eltern. Nein, für mich. Wem oder was schenke ich meine kostbare Lebenszeit? Wenn ich das geklärt habe, kommt dann die Disziplin bei der Umsetzung automatisch?
Sicher ist: Im Kloster stoße ich auf eine Vorstellung von Disziplin, die so gar nichts mit unserem Leistungsdenken zu tun hat. "Sei stärker als deine stärkste Ausrede", steht in meinem Fitnessstudio in riesigen Buchstaben an der Wand. Ich glaube aber nicht, dass es einfach darum geht, den inneren Schweinehund zu bezwingen. Oder darum, fünf Tipps aus einem Ratgeber zu befolgen und, zack, bin ich disziplinierter. Wenn es so einfach wäre, hätte es schon funktioniert. Ich habe genug solcher Ratgeber zuhause. Meine These lautet inzwischen: Disziplin hat was mit Weisheit zu tun. Und: Disziplin ist kein Zustand. Sie ist ein Weg.
Schattenarbeit erfordert Disziplin
Jetzt bin ich ja nicht der erste, den das mit der Disziplin so beschäftigt. Das Thema haben schon andere bearbeitet. Und manche haben uns ihre Erkenntnisse hinterlassen. Zum Beispiel in der Bibel. Eine der ältesten Geschichten der Bibel und überhaupt des alten Orients – so alt, dass niemand sagen kann, seit wann Menschen sie sich erzählen –ist die Geschichte von Jakob. Sie inspiriert mich, neu über das Thema Disziplin nachzudenken. Jakob leidet darunter, dass der ältere Bruder vom Vater bevorzugt wird. Als es ihm gelingt, dem Älteren seine Privilegien abzuluchsen, gibt es einen heftigen Familienstreit. Statt den Konflikt zu lösen, haut Jakob ab. Er zieht weit weg, will sich eine neue Identität, ein neues Leben aufbauen. Aber irgendwann holt ihn die verdrängte Vergangenheit ein. Als er eines Nachts aufbricht, um sich der Sache zu stellen und zurückzukehren, kommt er an einem Fluss vorbei. Dann passiert etwas Unerwartetes.
Plötzlich war da jemand,
der bis zum Morgengrauen mit ihm kämpfte.
Aber er sah, dass er Jakob nicht besiegen konnte.
Da packte er Jakob am Hüftgelenk,
sodass es beim Ringen ausgerenkt wurde.
Dabei sagte er: "Lass mich los!
Denn der Tag bricht an."
Jakob entgegnete:
"Ich lasse dich erst los, wenn du mich gesegnet hast."
Der andere fragte Jakob: "Wie heißt du?"
Er antwortete: "Jakob."
Da sagte der andere:
"Von nun an sollst du nicht mehr Jakob heißen,
sondern Israel, ›Gotteskämpfer‹.
Denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft
und bist Sieger geblieben."
Jakob bat: "Sag mir doch deinen Namen!"
Er erwiderte: "Wozu fragst du noch nach meinem Namen?"
Und er segnete ihn dort.
Jakob nannte den Ort Penuel,
das heißt: Angesicht Gottes.
Denn er sagte:
"Ich habe Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen
und bin am Leben geblieben."
Als Jakob Penuel verließ, ging gerade die Sonne auf.
Er hinkte wegen seiner verrenkten Hüfte. (1. Mose 32,25-32 BasisBibel)
Für C. G. Jung, den Begründer der Analytischen Psychologie, ist Jakobs Kampf mit dem Fremden eine sogenannte Schattenkonfrontation. Jakob trifft auf seine dunklen Seiten, seine inneren Konflikte. Das, was man gerne versteckt hält. Er beackert seine Psyche, seine Seele. Er bleibt dran, weil er endlich verstehen will, wie er tickt. Was mit ihm los ist. Er will sich selbst auf die Schliche kommen. Ist Gott mit ihm? Ist er gesegnet? Die große Sinnfrage. Das lässt ihn nicht los, im wahrsten Sinne. Es ist ein schmerzhafter Prozess. Und einer, der Disziplin erfordert. Das macht Jakob für mich persönlich zu so einem bewundernswerten Mann. Und ich sage bewusst: Mann. Wenn ich auf meine bisherigen Erfahrungen, privat und beruflich, zurückschaue, gab es leider einen Typ Mensch, der mir und anderen am häufigsten das Leben schwer gemacht hat. Männer, die auf Macker machen. Harte Schale – aus Angst vorm weichen Kern. Jakob ist das Gegenmodell. Einer, der sich mit seinen emotionalen Verstrickungen auseinandersetzt. Ein verletzter Mann, der aber nicht durchs Leben gockelt, weil er in seinem Stolz gekränkt wurde und sich davor drückt, sich damit zu beschäftigen, sondern einer, der verletzt bleibt. Verletzlich. Und gereift.
Hat Disziplin gar nicht so sehr was mit Stärke zu tun, sondern mit Schwachsein? Ich denke an die Schwestern auf dem Schwanberg, die so diszipliniert nach den klösterlichen Regeln leben. Denen geht es nicht um "Hoho, schaut her, wir sind so tough, wir sind so hart". Die sagen: Wir sind nichts. Gott ist alles. Darum das ständige Gebet. Als Erinnerung: Du, Mensch, bist nicht der Gott deines Lebens. Und du musst es auch nicht sein.
Zwei Disziplin-Modelle
Ich sehe zwei Disziplin-Modelle vor mir. Das eine hat mit Fitness zu tun, mit dem perfekten Beach-Body, mit Low Carb und vielen angeschauten und dann doch nicht gegessenen Kuchenstücken. Darf es alles geben, keine Frage. Ich sehe aber noch ein zweites Disziplin-Modell. Ich glaube, es ist das nachhaltigere. Die Schwestern vom Schwanberg stehen dafür. Und nicht nur sie. Auch Menschen wie Gerlinde aus der kleinen Stadt in der Oberpfalz, in der ich aufgewachsen bin. Sie organisiert unermüdlich Projekte in der Kirchengemeinde und im Kulturbereich. Für Kinder, für Jugendliche, für Ältere. Seit Jahrzehnten profitiert der Ort davon. Sie hat das getan, als ich ein Kind war. Und sie tut es heute noch.
Man könnte sagen: Gerlinde hat das mit eiserner Disziplin durchgezogen. Aber eigentlich hat sie es wachsweich und geschmeidig durchgezogen. Das ist diese Disziplin ohne Kettengerassel. Liebe Hörerinnen und Hörer, vielleicht kennen Sie auch solche feinen Menschen, die standhaft und mit Herzblut an den Dingen dranbleiben und so diese Gesellschaft am Laufen halten. Ich dachte ja lange, Disziplin macht hart. Vielleicht ist es genau andersherum. Echte Disziplin – die, die nicht nur Muskeln stärkt, sondern den Zusammenhalt und das Miteinander – macht uns als Menschen wunderbar weich.
Die Band Silbermond singt von den Kriegern des Lichts. Ich mag das Bild. Es sind Menschen, die sich nicht abbringen lassen. Wie ein Fluss, der ins Meer fließt. Solche Krieger sollen wir sein. Und unsere größte Waffe? Ist unser Herz.
Tägliche Übung für den inneren Menschen
Vor ein paar hundert Jahren kam ein sonderbarer Mensch zur Welt. Er war gelernter Schuhmacher. Irgendwie ist es ihm gelungen, ohne größere schulische Bildung zu einem der ersten deutschen Philosophen zu werden. Er liest viel, eignet sich Wissen an, besonders aus dem Bereich Theologie. Aus Neugier. Und mit sehr viel Disziplin. Irgendwann schreibt er seine Gedanken auf. Und er schreibt über Gotteserfahrungen. Mich faszinieren die Texte von Jakob Böhme. Vieles von dem, was er hinterlassen hat, könnte genauso von einem Gelassenheits-Coach dieser Tage stammen.
"Christus will nicht herrschen im Eigenwillen, sondern in der sanften Stilligkeit, da sich der Wille dem göttlichen Lichte ergibt, wie die Blume der Sonne. So muß der Mensch seinen Willen täglich üben und ihn führen zur Sanftmut, Geduld und Demut. Das ist der rechte Weg zum neuen Leben, denn ohne tägliche Übung stirbt der innere Mensch."[1]
Lassen Sie bitte Ihren inneren Menschen nicht sterben, liebe Hörerinnen und Hörer. Nur, damit der äußere besser dasteht. Quälen Sie sich nicht. Ich hör da jetzt auch auf damit. Sind wir schon zwei. Oder drei. Oder mehr. Jakob Böhme schreibt es so schön. Von der sanften Stilligkeit schreibt er. Von Sanftmut, Geduld und Demut. Und von der täglichen Übung, was nichts anderes meint als: Disziplin. Ja, die braucht es. Aber die entscheidende Frage ist: Mit welchem Ziel? Irgendwelche Tools zur Leistungsmaximierung kommen und gehen. Gesundheits- und Fitnesstrends sind morgen schon Schnee von gestern. Ich glaube, die Zeit, in der ich mich quäle, weil ich meine, ich müsste diesem oder jenem Trend genügen, darf ich in was anderes stecken. Und mich mal fragen, in aller Freundlichkeit: Was soll mich leiten in meinem Leben? Wohin darf mein Leben sich noch entwickeln? Und dann peitsche ich mich nicht dahin. Lasse mich hinlocken, von Gott. Wie die Blume zur Sonne. Beharrlich, geduldig, klar – aber ohne Zwang.
Ich gehe an den Stränden der Normandie entlang und muss schmunzeln. Los ging mein Weg mit Tränen. Dann kamen die Karteikarten. Dann eine Vier. Eine Drei. Eine wacklige Eins. Es hat nicht geschadet, mich auf den Hosenboden zu setzen. Ich habe mich aber vor allem zu etwas anderem diszipliniert. Zu einem neuen Selbstbild. Genug mit der Panik. Genug mit den schweißnassen Händen bei jedem Levez-vous. Genug mit dem "Mimimi, ich bin so schlecht und ich kann nichts." Stattdessen habe ich mir die Sprache angezogen wie ein Kleidungsstück. Sie hat lange nicht gepasst, aber irgendwann bin ich reingewachsen. Ins Savoir-vivre, in die französische Lebenskunst. Habe mich zum Schüleraustausch angemeldet. Saß ganze Abende bei meiner Gastfamilie und habe am Anfang keine Silbe verstanden und am Ende ging es doch irgendwie und war sogar echt nett. Habe gemerkt: Oh la la, ich mag, wie die hier leben. Mit ihren kleinen Vier-Gänge-Menüs jeden Abend und dem Chic und der erstaunlich hohen Dichte an Buch- und Blumenläden. Irgendwann folgte dann sogar die Liebe zu den unregelmäßigen Verben. Weil ich endlich wusste, wofür ich es tue. Und langsam, ganz langsam, wurde aus Disziplin Vergnügen. Ich danke meiner Schwester für den Tritt in den Hintern. Und dir, Gott, danke ich auch. Für die Freiheit, die du mir schenkst und den Schwestern auf dem Schwanberg und den Disziplinierten und den Undisziplinierten auf dieser Welt. Und das wünsche ich uns: Dass wir jeden Tag neu schauen, was wirklich zählt.
[1] Jakob Böhme, Vom wahren innerlichen Christentum, in: Sämtliche Schriften, hrsg. von Will-Erich Peuckert, Band IV, Stuttgart 1955, S. 310f.
Kommentare
Ja warum sind Sie Pfarrer am…
Ja warum sind Sie Pfarrer am Schwanberg.?Nur Frauen,die schon ihren Glauben haben u damit leben.Wozu noch einen Pfarrer?
Warum nicht Jugendpfarrer?
Da braucht es Prediger wie Sie.
Sonst hat die Kirche hier am Land keine Zukunft.
Heute ein 80jähriger Pfarrer im Ruhestand und eine Handvoll Gottesdienstbesucher.
Als älterer hat man alles schon gehört und man kann getrost zu Hause bleiben und mit einer Tasse Kaffee den Rundfunkgottesdienst hoeren oder vorher schon lesen..
Man trifft ja niemanden der wirklich an der Predigt interessiert ist.