19.01.2017
Jahrespressekonferenz

Bedford-Strohm besorgt über wachsenden Rassismus und Antisemitismus

Der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm zeigt sich besorgt über einen stärkerwerdenden Rassismus und Antisemitismus in Deutschland. Hier müssten Christen laut werden, es brauche eine neue geistliche Grundhaltung, forderte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Donnerstag bei seiner Jahrespressekonferenz im Münchner Presseclub. Er kritisierte, dass Haltungen wieder salonfähig würden, die längst als überwunden gegolten hätten.
Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm

Entsetzt zeigte sich Bedford-Strohm auch über die jüngste Rede des AfD-Politikers Björn Höcke, ohne diesen allerdings beim Namen zu nennen. Dieser verbreite eine nationalsozialistische Einstellung und lehne die Erinnerungskultur nach der NS-Zeit ab. Höcke hatte auf Einladung der "Jungen Alternative Dresden" am Dienstagabend vor etwa 500 Anhängern gesprochen und dabei über das Berliner Holocaust-Mahnmal gesagt: "Die Deutschen sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat." Die Äußerungen des AfD-Fraktionsvorsitzenden im Thüringer Landtag stießen auf Entsetzen. Bei der Staatsanwaltschaft Dresden wurden Strafanzeigen gegen Höcke gestellt.

 

Zugleich sagte Bedford-Strohm, dass man auf die Ängste in der Gesellschaft eingehen müsse. Viele Menschen fühlten einen Kontrollverlust, etwa angesichts der Globalisierung. Dennoch müsse man sich klar darüber sein, dass es "uns noch nie so gutgegangen ist wie heute". Deutschland habe die Ressourcen, dass alle Menschen in Würde leben können. "Wir haben eine materielle Grundlage, für die man nur jeden Tag dankbar sein kann."