Als einen "großen Wurf" hat Regionalbischöfin Gisela Bornowski den Zusammenschluss der drei bisherigen fränkischen evangelischen Kirchenkreise bezeichnet. "Hier fügen sich die Dinge zusammen", sagte die Oberkirchenrätin, die bislang den Kirchenkreis Ansbach-Würzburg leitet. Die drei fränkischen Kirchenkreise sollen zu einem werden, hat das evangelische Kirchenparlament, die Landessynode, am Mittwoch bei ihrer Herbsttagung in Amberg beschlossen.
Bayreuths Regionalbischöfin Berthild Sachs sagte nach der Entscheidung, sie freue sich auf den vergrößerten Kirchenkreis Franken "in seiner großen Vielfalt und Buntheit: Vom Seenland bis ins Fichtelgebirge, Bierfranken, Weinfranken, Wagner und Dürer, Fußball und Basketball, Tradition und Innovation, protestantisch geprägt und ökumenisch offen".
Duale Leitung in Ansbach und Bayreuth geplant
Die derzeitigen drei Kirchenkreise Ansbach-Würzburg, Bayreuth und Nürnberg sollen ab 1. Januar 2027 zusammengehören.
Der entstehende Kirchenkreis ist nahezu deckungsgleich mit den drei Regierungsbezirken Unter-, Mittel- und Oberfranken. Der neue Kirchenkreis besteht aus aktuell 42 Dekanatsbezirken, in denen derzeit etwa eine Million Protestanten leben.
Geplant ist, ihn in zwei Regionen aufzuteilen, die von einem Leitungs-Duo geführt werden, das seine Sitze in Ansbach und Bayreuth hat. Im Gesetz festgelegt wurde diese Regelung nicht.
Debatte um Namen: "Franken" setzt sich durch
Voraus ging der Entscheidung eine Debatte über die Namensgebung für den Kirchenkreis. Da diesem auch Kirchengemeinden in der Oberpfalz angehören werden, sprachen sich einige Synodalen für den Oberbegriff "Franken-Nordbayern". Dies lehnte eine Mehrheit der Synodalen aber ab. "Franken ist ein Lebensgefühl", sagte Berthild Sachs, "unter dem wir uns alle gut versammeln können".
Die Nürnberger Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern sagte in einer Stellungnahme, "in kurzer Zeit und in großem Konsens" sei es gelungen, sich auf die Neubildung eines Kirchenkreises zu verständigen. "Es freut mich, dass es dabei keine Verlierer und Gewinner gibt."
Strukturreform spart Regionalbischof-Stelle ein
In einem ersten Schritt war bei der Herbsttagung 2024 die Gründung des Kirchenkreises Schwaben-Altbayern beschlossen worden, der aus den bisherigen Kirchenkreisen Augsburg, München und Regensburg entstanden ist. Dieser wird derzeit von den Regionalbischöfen Klaus Stiegler in Regensburg und Thomas Prieto Peral in München geleitet.
Mit der Reform wird die Landeskirche eine Stelle eines Regionalbischofs oder einer Regionalbischöfin einsparen und der Landeskirchenrat verkleinert sich auf zehn Personen.