Das Format "einfach heiraten" geht am 26. Juni in die nächste Runde. Diesmal als Hochzeits-Ort mit am Start: der Tegelberg in den Ammergauer Alpen. Der bayerisch-österreichische Pfarrer von Füssen-Reutte, Michael Jäger, erzählt im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd), warum die Atmosphäre am Berg einzigartig ist, was den Tegelberg besonders macht und was bei schlechtem Wetter passiert.

Herr Jäger, das Allgäu ist diesmal mit sehr außergewöhnlichen Orten bei "einfach heiraten" vertreten. In Oberstdorf wird auf der Skisprungschanze geheiratet, bei Ihnen auf dem Tegelberg. Die Höhe hat offenbar einen besonderen Reiz, oder?

Michael Jäger: An beiden Orten wird in luftiger Höhe geheiratet mit Panoramablick auf die Berge - und dennoch sind sie grundverschieden. Auf dem Tegelberg steht die Natur im Vordergrund. Außer Berg und Kreuz gibt es hier nichts. Man schaut auf der einen Seite nach Tirol rüber, auf der anderen ins Allgäu rein. Dazu kommt der Blick auf den Säuling, die Seen und Neuschwanstein. Das ist ein unglaubliches Fest für die Augen.

"Die Atmosphäre auf einem Berg ist eine ganz andere als in einer Kirche. Da ist man ein anderer Mensch - viel freier, man lebt im Augenblick."

Wie sind Sie auf den Tegelberg als Hochzeitsort gekommen?

Letztes Jahr waren wir mit "einfach heiraten" auf der Tannheimer Hütte in Tirol. Das war als Angebot für Bergsteiger gedacht, weil man dort nur zu Fuß hochkommt. Das war auch für mich als Pfarrer und begeisterter Bergsteiger ein einzigartiges Erlebnis. Dieses Mal haben wir mit dem "Ort der Besinnung" auf dem Tegelberg einen Ort gewählt, den wir schon von Berggottesdiensten im Sommer kennen.

"Hochzeitspaare, die nicht aufsteigen wollen, dürfen kostenlos mit der Bergbahn hochfahren."

Bei schlechtem Wetter können wir ins Tegelberghaus ausweichen. Dort kann man sich auch umziehen und frischmachen. Der "Ort der Besinnung" mit Kreuz und Marterl liegt nur fünf bis zehn Gehminuten entfernt.

Tegelberg mit Berggottesdienst bei Sonne
Tegelberg: Am "Ort der Besinnung" wird nicht nur geheiratet: Im Sommer finden dort regelmäßig Berggottesdienste statt.

Füssen, Neuschwanstein, Tegelberg - das sind Touristen-Hotspots der Extraklasse. Mit welchem Hochzeits-Publikum rechnen Sie?

Eigentlich mit demselben, das auch zu unseren Samstags-Berggottesdiensten kommt - also eher Leute im mittleren Alter. Der "Ort der Besinnung" ist zwar nur fünf Minuten weg vom Tegelberghaus, aber da gehen eigentlich nur Wanderer hin. Der klassische Neuschwanstein-Tourist eher nicht. Wir haben schon einige Anmeldungen: Paare aus Füssen, außerdem Tagesausflügler und Urlauber.

Sogar ein Paar aus Bonn ist dabei. Manche seit Jahrzehnten verheiratet, manche noch ganz frisch, manche noch gar nicht - das ist ein ganz breites Spektrum. Die Aktion "einfach heiraten" ist anscheinend eine wunderbar niedrigschwellige Gelegenheit für viele Menschen, sich segnen zu lassen.