Nach einem halben Jahrhundert ziehen nun alle drei evangelischen Hochschul- und Studierendengemeinden Münchens unter ein Dach in der Friedrichstraße.
Hochschulpfarrer Sebastian Kühnen sieht darin eine Chance für Studierende aller Fachrichtungen: "Das Haus ist super gut geeignet für die Arbeit mit Studierenden. Es bietet ausreichend Platz, Stil und eine tolle Atmosphäre. Alle drei Gemeinden und alle Studierenden profitieren vom gemeinsamen und sich ergänzenden Programm."
Die Angebote reichen von hochschulübergreifenden Ausflügen über interreligiöse Begegnungen bis zum großen Jubiläumsfest. "Das gemeinsame Programm der drei Gemeinden ist eine große Bereicherung", sagt Kühnen.
Jubiläumsfest mit Regionalbischof Prieto Peral und Dekanin Pühl
Das Jubiläumsfest findet am Donnerstag, 30. Oktober 2025, ab 18.30 Uhr unter dem Motto "Lebensfragen brauchen Räume" statt. Hochrangige Gäste aus Hochschulen und Kirche haben bereits zugesagt, darunter Regionalbischof Thomas Prieto Peral. Die Festrede hält die Leiterin der Evangelischen Dienste München, Dekanin Dr. Barbara Pühl.
Gerade in Zeiten zunehmender Säkularisierung sei es wichtig, Räume zu schaffen, in denen Studierende Glauben und Zweifel zugleich erleben können, erklärt Kühnen weiter.
"Wir sind offen für alle, unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder religiöser Orientierung. Oft kommen wir über gemeinsames Kochen und Essen ins Gespräch – und alle bringen ihre kulturellen, aber auch ihre religiösen Hintergründe mit."
Auch die Themen der Studierenden spiegelten die Herausforderungen der Gegenwart wider: Leistungsdruck, persönliche Krisen, Einsamkeit, Identitäts- und Zukunftsfragen spielen ebenso eine Rolle wie globale Probleme wie Kriege oder die Klima- und Umweltkrise.
"Die großen Lebensthemen ziehen sich durch die Generationen", erklärt Kühnen. "Wir wollen Räume bieten, in denen Studierende ihre Fragen thematisieren, diskutieren und reflektieren können."
"Studierende profitieren davon"
Organisatorisch bringe der Zusammenzug Vorteile: Bewährte Angebote würden fortgeführt, neue gemeinsame Veranstaltungen entwickelt. "Die Studierenden profitieren davon. Sie haben die Möglichkeit – und die Qual – der Wahl", sagt Kühnen mit einem Schmunzeln.
Für die nächsten 50 Jahre wünscht sich Kühnen, dass die Evangelischen Hochschul- und Studierendengemeinden weiterhin Orte bleiben, an denen junge Menschen Gemeinschaft erleben, ihre Spiritualität entdecken und Lebensfragen bearbeiten können.
"Kirche und christlicher Glaube verlieren derzeit an gesellschaftlicher Relevanz. Gerade deswegen wollen wir Schutzräume bieten, in denen Studierende sie selbst sein können und Frei- und Gestaltungsräume für ihr Glaubensleben haben. Wenn uns das gelingt, haben wir viel erreicht."