Der Dienstsitz des evangelischen Regionalbischofs in Regensburg ist für 6,4 Millionen Euro saniert und umgebaut worden. Die denkmalgeschützte Jugendstilvilla aus dem Jahr 1912 war seit den 1960er Jahren nicht mehr renoviert worden, in Teilen schadstoffbelastet und vom Hausschwamm befallen. Nur das Erdgeschoss konnte noch genutzt werden. "Wir haben dem Haus seine Würde zurückgegeben", sagte Regionalbischof Klaus Stiegler bei der Wiedereinweihung. Künftig werde die Kirchenleitung das Haus nicht mehr allein bewohnen. Der Innenraum der Villa wurde zu einem modernen Bürogebäude umgestaltet und wird teilweise fremdvermietet.
Neben einem Dachausbau ist das Haus auch energetisch optimiert und barrierefrei gestaltet worden, im parkähnlichen Garten ist ein Biotop angelegt worden. Durch das Zusammenwirken vieler Akteure sei "ein wunderbares Ergebnis" entstanden und das Haus für die nächsten Generationen gesichert worden, sagte Stiegler. Damit ende auch eine fast zweijährige Interimslösung, bei der die Büros der Kirchenleitung in einem Co-Working-Space am Rande der Altstadt untergebracht waren.
Zwischenzeitlich sei sogar ein Verkauf der Immobilie im Gespräch gewesen, sagte der Vorsitzende des synodalen Finanzausschusses der bayerischen Landeskirche, Joachim Pietzcker. 50 Prozent der kirchlichen Gebäude sollen aus finanziellen Gründen aufgegeben werden. Doch in diesem Fall habe sich die Landessynode, das Kirchenparlament der evangelischen Christinnen und Christen, als Haushaltssouverän dafür entschieden, die Immobilie als Ertragsobjekt zu behalten. Das Kapital für das Gesamtprojekt stamme folglich nicht aus der Kirchensteuer, sondern aus dem Vermögen der Landeskirche, "weil man sich eine gute Rendite daraus erwartet", sagte Pietzcker.
Inzwischen sind das Ober- und das Dachgeschoss sowie ein kleinerer Teil des Erdgeschosses an andere Unternehmen wie ein Anwaltsbüro und ein Start-up vermietet. Seit Amtsantritt von Stiegler im August 2019 diente das Haus bereits nicht mehr als Wohnstätte des Regionalbischofs, sondern ausschließlich als Dienstgebäude. Der Dienstsitz in Regensburg ist neben Augsburg und München einer von drei Standorten, von denen aus der Kirchenkreis Schwaben-Altbayern, der größte der bayerischen Landeskirche, geleitet wird.