Die beiden evangelischen Dekanate Regensburg und Passau sollen im Frühsommer 2027 zu einem Dekanatsbezirk vereint werden. Das haben die Dekanatsausschüsse in ihren jüngsten Sitzungen in Plattling beschlossen, wie aus einer gemeinsamen Erklärung vom Montag hervorgeht. Ihr Votum für die Fusion nannten sie "Plattlinger Erklärung". Es wäre flächenmäßig das größte Dekanat der bayerischen Landeskirche. Darin wären künftig etwa 83.000 Evangelische aus den Regierungsbezirken Niederbayern und Oberpfalz vereint.

Das traditionsreiche evangelische Regensburg zählt mit etwa 60.000 Kirchenmitgliedern dreimal so viele Evangelische wie das bayerische Oberzentrum Passau. Dennoch solle nicht der Eindruck entstehen, dass das Größere das Kleinere schlucke, sagte der Passauer Dekan Jochen Wilde dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Das sei keine "feindliche oder freundliche Übernahme", sondern es begegneten sich "zwei Partner auf Augenhöhe, sodass etwas Drittes, etwas Neues entstehen kann", sagte der Theologe, der im Frühjahr 2027 in Rente geht.

Führungs-Tandem mit je einem Sitz in Regensburg und Passau

Die bayerische Landeskirche erneuert derzeit wegen Mitgliederschwunds auf breiter Front ihre Strukturen. Mit seinem geplanten Ruhestandseintritt soll der Weg für die Mega-Fusion frei werden, sagte Wilde. Denn das neue Dekanat soll nur noch von zwei Dekanspersonen geleitet werden - mit je einem festen Sitz in Regensburg und Passau. Dekanin Karoline Gerleigner und Dekan Jörg Breu leiten momentan das Donaudekanat Regensburg gemeinsam.

Wilde steht bis Frühsommer 2027 dem Dekanat Passau vor. Mit dessen Ausscheiden könnte das Führungs-Duo übernehmen. Wilde sagte zwar, dass diese Personal-Rochade kein Automatismus sei, "bei dem durch die Hintertür eine Personalentscheidung" falle. Geplant sei eine "gesetzeskonforme und transparente Nachfolgeregelung". Dennoch spreche einiges für diese Option.

Das Hauptproblem der Fusionen seien derzeit die riesigen Entfernungen in den großen Flächendekanaten Bayerns, sagte Wilde. Es brauche "gute Substrukturen und Subregionen", um dem Kirchenpersonal die weiten Distanzen von A nach B zu ersparen. Am 1. Juli 2024 fusionierten bereits die Dekanate Cham, Sulzbach-Rosenberg und Weiden; das neue gemeinsame Dekanat wurde damit vorübergehend zum flächengrößten Konstrukt der bayerischen Landeskirche. Nun werde es wieder Regensburg, zusammengelegt mit Passau.

Zustimmung des Freistaats erforderlich

Im Frühjahr 2027 soll die Fusion über die Bühne gehen. Im Oktober dieses Jahres sollen demnach die Beschlüsse in den beiden Dekanatssynoden und im Landeskirchenrat gefällt werden. Weil es sich bei Dekanaten um Körperschaften des öffentlichen Rechts handelt, ist auch eine Zustimmung des Freistaats erforderlich.