22.07.2017
Kirche & Statistik

Kirchenaustritte gehen zurück, mehr Taufen in Bayern

Die Zahl der Kirchenaustritte in Bayern hat 2016 erneut abgenommen, die Zahl der Taufen ist gestiegen. In Bayern leben derzeit 2,41 Millionen Evangelische. Alle Zahlen auf einen Blick.
Kind wird getauft mit Wasser

Die Zahl der Austritte aus der evangelischen Kirche in Bayern hat erneut abgenommen. Im vergangenen Jahr seien 22.694 Menschen aus der Kirche ausgetreten, teilte die Landeskirche am Freitag mit. 2015 waren es noch knapp 25.000, 2014 sogar rund 28.400. Zum Ende des vergangenen Jahres lebten insgesamt 2,41 Millionen Evangelische im Freistaat - 300.000 weniger als noch im Jahr 2000.

Weniger Kirchenaustritte in Bayern, dafür mehr Taufen

Der zuständige Oberkirchenrat Hans-Peter Hübner sagte: »Auch wenn die Zahl der Austritte wiederum abgenommen hat, ist sie immer noch insbesondere gegenüber den Jahren vor 2014 auf einem sehr hohen Niveau.« Damals traten ihm zufolge pro Jahr durchschnittlich zwischen 15.000 und 16.000 Menschen aus.

Die Zahlen zeigten, dass die Zugehörigkeit zur Kirche an Selbstverständlichkeit verliere, sagte Hübner. Umso mehr komme es darauf an, auf gemeindlicher wie auf landeskirchlicher Ebene die Kontakte zu den Gemeindegliedern, die keine regelmäßigen Kirchgänger sind, zu intensivieren. 2.870 Menschen seien im vergangenen Jahr in die Kirche eingetreten.

Zahl der Taufen in Bayern steigt

Eine erfreuliche Entwicklung zeichnet sich bei den Taufen ab: 22.642 Personen seien im vergangenen Jahr getauft worden. In den beiden Vorjahren waren es 21.800 und 21.567. Gut sieht es auch bei den kirchlichen Hochzeiten aus: 5.602 Paare ließen sich 2016 trauen, im Vorjahr waren es 5.660.

Eine ähnliche Bilanz wie die evangelische Landeskirche ziehen die katholischen Erzbistümer in Bayern: Im Bereich des Erzbistums München seien die Kirchenaustritte von 20.282 (2015) auf knapp 18.000 (2016) zurückgegangen. Außerdem gab es mit rund 14.000 Taufen ein Plus von 2,9 Prozent.

Rund 1,72 Millionen Katholiken leben in Bayern

Trotz der Differenz zwischen Kirchenaustritten und Taufen ist die Zahl der Katholiken laut Erzbistum stabil geblieben: Rund 1,72 Millionen Katholiken lebten im vergangen Jahr im Erzbistum, 2015 waren es rund 1,73. Das sei ein Anteil von 46 Prozent mit Blick auf die Gesamtbevölkerung. Die stabile Zahl der Katholiken sei auf die weiterhin hohe Zuwanderung in die Region München zurückzuführen.

Eine leicht steigende Gesamtzahl an Katholiken verzeichnete erstmals seit 20 Jahren das Erzbistum Bamberg: 690.623 Menschen gehörten im letzten Jahr der katholischen Kirche an, 2015 warne es noch 689.456. Auch die Zahl der Taufen stieg von 4.534 auf 4.746, wie das Erzbistum mitteilte. Die Zahl der Austritte sank um 8,1 Prozent auf 4.815. Grund für die positive Entwicklung seien Migration und Zuzug von Flüchtlingen.

Erzbischof Ludwig Schick sagte, dass die Zahlen erfreulich seien und Hoffnung machten. Langfristig gesehen sei die Zahl der Katholiken aber rückläufig, was mit gesellschaftlichen Veränderungen, etwa dem Demografiewandel, zusammenhänge. »Auch wenn die Austrittszahlen im zweiten Jahr in Folge zurückgehen, so schmerzt doch jeder Einzelne, der der Kirche den Rücken kehrt«, sagte Schick.

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