In seinem Bericht hat sich Kopp vom Jesus-Wort "Ich bin das Licht der Welt" leiten lassen. "Die Gegenwart dieses Lichtes macht mich glücklich", bekannt Kopp. Dieses Licht möglichst allen Menschen leuchten zu lassen, dafür würden Menschen in der bayerischen Landeskirche arbeiten.

Aufgabe der Christinnen und Christen in Bayern sei, "diesem Licht, dieser Kraft Gottes, Raum zu geben". "Wir sind in unserer Arbeit bayerische Ermöglicherinnen und Ermöglicher, wir sind Lichtmenschen", sagte Kopp.

Wahrnehmende Kirche

Menschen würden merken, ob jemand aufmerksam zuhört oder mit dem Smartphone beschäftigt ist, sagte Kopp. Er wünscht sich eine zuhörende und wahrnehmende Kirche. Orte, an denen Menschen sehr aufmerksam miteinander und der Schöpfung umgehen nannte Kopp Lichtorte.

"Das Licht Gottes macht uns zu liebevollen, heiteren, freundlichen und aufmerksamen Menschen. Licht und Liebe – das ist das Duo, das Gott in unsere Herzen."

Berührt von Liebe

In seiner Arbeit sei einer der wichtigsten Punkte das Berührt-Werden, dass "Menschen diesen Glauben und diese Liebe im Körper und in der Seele spüren", sagte Kopp. Jeder von uns habe solche Kräfte, man müssen aber mehr davon erzählen. Dazu gehöre der Verzicht auf Herrschen und Gewalt.

Bei Christinnen und Christen soll es anders sein, sagte Kopp: wertschätzend, aufmerksam, wahrnehmend, würdigend. Davon brauche die Welt mehr.

Kirche der Zukunft

Kopp geht davon aus, dass die bayerische Landeskirche 2035 noch 1,2 bis 1,5 Millionen Mitglieder hat, also ungefähr 40 Prozent weniger im Vergleich zu 2024. Es werden auch um die 40 Prozent weniger Hauptamtliche und mindestens 40 Prozent weniger finanzielle Mittel sein. Darum müsse die Kirche durch eine "wirkungsorientierte Finanzplanung" Entscheidungen treffen. Dafür will der Landeskirchenrat bis Ende Februar 2026 Zielbilder und Budgets für die Jahre 2028 bis 2030 erarbeiten. Die neue Synode wird dann im Frühjahr 2026 darüber informiert.

Der Landeskirchenrat schlage vor, dass die Landessynode dann dem Landessynodalausschuss das Mandat zur Begleitung überträgt. Zur Frühjahrstagung 2027 würden der Synode dann strategische Schwerpunktsetzungen vorgestellt, kündigte Kopp an. "Wir brauchen Neues, das begonnen werden muss, um Gottes Licht leuchten zu lassen." Aber man müsse auch klarer machen, "was noch machbar ist und was leider nicht mehr".

Regionalgemeinden

Weil künftig weniger Pfarrerinnen und Pfarrer zur Verfügung stehen, soll in größeren Räumen gedacht werden. Der einheitliche Begriff "Regionalgemeinde" soll nach Vorstellung des Landeskirchenrats die bisherigen Bezeichnungen Pfarrei und Nachbarschaftsraum (Nachbarschaft klingt schwierig …) ersetzen. Die pastorale Arbeit soll durch multiprofessionelle Teams mit mindestens fünf Vollzeitstellen erfolgen. Sie sollen zusammen mit den Ehrenamtlichen die inhaltlichen Schwerpunkte setzen. Die Kirchengemeinden sollen dafür von von Verwaltungsaufgaben und von Immobilienfragen entlastet werden.

Kampf gegen Armut

Kopp markierte "Risse im inneren Frieden unserer Gesellschaft": Wenn in Deutschland mehr als eine Million Kinder keine gute Zukunftsperspektive haben, sie keinen Platz haben, um Hausaufgaben zu machen und sich kein zweites Paar Schuhe leisten können, 44 Prozent in zu kleinen Wohnungen leben und 130.000 Kinder wohnungslos und in kommunalen Unterkünften untergebracht seien.

Diese Kinder und Jugendlichen bräuchten Fürsprecherinnen, "sie brauchen uns und unsere politische und unsere ganz konkrete diakonische Hilfe". Kopp forderte "mehr Anlaufstellen, offene Kirchen, wo arme Menschen rund um die Uhr hinkönnen".

Friede in der Welt

Laut Kopp steht die Landeskirche "für den unbedingten Willen zum Frieden – und für den Schutz vor Gewalt, wo Menschen bedroht sind." Kopp wünscht sich "sehr viele Impulse und Veranstaltungen, Beispiel Friedensabende, Friedenswerkstätten, Friedenskinderbibeltage, Friedenstafeln – und mehr Friedenszeichen.

Zum Beispiel könnten im Advent vor jeder Kirche dauerhaft Kerzen brennen und die Kirchen 24 Stunden offengehalten werden als Orte des Friedens.

Neuer Wehrdienst

Die Landeskirche baut derzeit ihr Beratungsnetzwerk neu auf für die Beratung in diesen Gewissensfragen rund um den Wehrdienst. Über 20 Personen hätten sich in Bayern schon gefunden, die junge Menschen beraten werden.

Zusammen mit der Evangelischen Jugend setze man sich für eine Freiwilligkeit des Wehrdienstes ein. Den 18-Jährigen, die einen Brief vom Verteidigungsministerium erhalten werden, will die Kirche einen Brief mit einer Beratungsidee schicken. Dazu wird es auch die Website kirche-an-deiner-seite.de geben und Aktivitäten auf Social Media.

Demokratie stärken

Die Landeskirche positioniert sich zu den Bayerischen Kommunalwahlen am 8. März 2026. "Wir sind parteiisch für die Demokratie", sagte Kopp. Man ergreife Partei "für die unantastbare Menschenwürde, für einen respektvollen Umgang aller mit allen, für eine faktenbasierte Demokratie ohne Hetze".

Dabei helfe die Kampagne "Unser starkes Kreuz für Demokratie". Kopp wünscht sich, dass Gemeinde- und Bildungshäuser "zu Orten des Diskurses" werden.

Sexualisierte Gewalt

Im Vordergrund stehe momentan die Fortschreibung der Schutzkonzepte, sagt Kopp. Die systematische Sichtung aller Personalaktensoll ab 2026 in einem strukturierten Verfahren erfolgen. Die Akten sollen vollständig gesichtet und alle Fälle konsequent aufgearbeitet werden.